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    Religionsfeindliches Gesetz in Nepal

    Religionsfeindliches Gesetz in Nepal

    In Nepal, einem mehrheitlich hinduistischen Land, trat im August, wie Famille Chrétienne meldet, ein neues Gesetz in Kraft, mit dem die Möglichkeit zum Religionsübertritt erschwert werde. Nach Informationen der in Paris ansässigen Presseagentur Églises d‘Asie handele es sich dabei um eine Aktion zur Bestrafung der drei Millionen Christen unter einer Gesamtbevölkerung von 29 Millionen. Dasselbe Magazin berichtet über die Neuerungen zu Beginn des Schuljahrs in Frankreich. Eine davon betrifft das kürzlich gesetzlich eingeführte Verbot von Handys in Grund- und Mittelschulen, sowie an bestimmten Oberschulen: Das Mobiltelefon muss nunmehr in einem Fach am Eingang des Schulgebäudes deponiert oder beim Überschreiten der Schulpforte ausgestellt werden – eine Maßnahme, die von den Pädagogen einhellig begrüßt werde, „so sehr lösten die Handys in der Schule Probleme aus“. Bildungsminister Blanquer nannte vier davon: „schlecht geschützte persönliche Daten, Bildschirmsucht, Pornobilder sowie Mobbing unter Schülern“.

    „Populismus“ als verunglimpfende Bezeichnung

    In einem Interview mit dem Figaro entschlüsselt die Professorin für Philosophie an der Universität Marne-La Vallée, zudem Mitglied der Académie des sciences morales et politiques des Institut de France, Chantal Delsol, die Neustrukturierung der politischen Landschaft in der Europäischen Union. Vor dem Hintergrund der Wahlsiege Orbáns in Ungarn, der Lega Nord und der Fünf Sterne-Bewegung in Italien sowie soeben der Demokraten in Schweden sind die sogenannten „populistischen“ Parteien „auf dem besten Weg, in Europa die Mehrheit zu stellen“. Der Begriff „populistisch“ sollte weiterhin in Anführungszeichen gesetzt bleiben, bekräftigt die „Populismus“-Forscherin und Historikerin. Es sei ein Adjektiv, mit dem man seine Gegner verunglimpfe, jedoch „kein Substantiv, das eine objektive Bedeutung habe“. Keine Regierung halte sich selbst für „populistisch“, nur ihre Gegner bezeichneten sie so. Das Wort sage mehr über denjenigen aus, der es äußert, als über denjenigen, dem es angehängt wird. Dieser Kampfbegriff bezeichne einen ideologischen Krieg, den sich die progressiven, universalistischen, kosmopolitischen, liberal-libertären Strömungen mit den Strömungen lieferten, die – ausgelöst durch die Migrationskrise – eine kulturelle Bewahrung sowie Identität forderten. Ministerpräsident Macron bezeichnete die letztgenannten Bewegungen kürzlich als „populistische Lepra“. Genau aufgrund dieser Art von Aussagen sei der Begriff „Populismus“, so die Katholikin Delsol, „eine Verunglimpfung und nur das“. „Woher kommt diese Verrohung der politischen Sprache, die an die Dreißigerjahre erinnert?“, fragt sie. Die „Populisten“ seien eine „Ohrfeige für die Geschichte. Man weiß nicht, wie man ihr Vorhandensein erklären kann, daher hat man ihnen gegenüber keine Argumente – man behandelt sie wie archaische Überreste aus der antiken Welt. Man sollte sich daran erinnern, dass die Kommunisten beispielsweise die übrig gebliebenen Gläubigen so behandelt haben: als historischen Abfall“. Für jemanden wie Macron seien die „populistischen“ Bewegungen unerklärlich und widersinnig, ihr Auftreten ginge nicht in seine „intellektuelle Software“ hinein, „weil er sich gar nicht vorstellen kann, dass man dem ,Fortschritt‘ Grenzen setzen wollte“. Daher müsse man diese Strömungen als „Vogelscheuchen“ präsentieren und sie durch „Schwarzweißmalerei in das Lager des Bösen aufnehmen“. Doch „wenn man beginnt, seine Gegner mit Tiernamen oder Krankheitsbezeichnungen zu belegen („Lepra“), dann deshalb, weil es sich nicht mehr um Gegner, sondern um Feinde und einen hasserfüllten Kampf um Leben und Tod handelt“.

    Vorerst keine Spenden für Vatikan

    Dem Bericht des Catholic Herald zufolge stellt Legatus, „die wichtigste Mitgliederorganisation für katholische Unternehmensführer“, die sich für die Verbreitung des katholischen Glaubens einsetzt, die Zahlung einer Spende an den Vatikan in Höhe von 820 000 Dollar vorläufig aus. In einem Schreiben an die Mitglieder der Gruppe, der etwa 5 000 amerikanische Geschäftsleute mit einem Mindestjahresumsatz von 6,5 Millionen Dollar angehören, schrieb der Vorsitzende der Organisation, Thomas Moanghan: „Im Lichte der jüngsten Enthüllungen und Fragen halten wir es für angemessen, höflich um eine Klarstellung in Bezug auf die konkrete Verwendung dieser Gelder zu bitten.“ Die Entscheidung über das Aussetzen der Mittel fiel nach einer Kontroverse über den Einsatz von Spendengeldern einer anderen amerikanischen Organisation, der „Papal Foundation“. Einige ihrer Mitglieder empörten sich, „nachdem Papst Franziskus um einen 25 Millionen Dollar-Zuschuss für ein in einen Skandal verwickeltes Krankenhaus bat. Kritiker sagten, dass es keine sorgfältige Prüfung gegeben habe, und so nahm der Heilige Stuhl nach den Beschwerden nur den halben Betrag entgegen“.

    Notrufzentralen gegen Vorurteile

    Toby Young kommentiert im Spectator „Die neomarxistische Übernahme unserer Universitäten“. Die beiden Autoren des soeben erschienenen Buches „The Coddling of the American Mind“ (Die Verzärtelung des amerikanischen Geistes) kritisieren, dass die Hochschulen der USA einem „safetyism“ erlegen seien. Damit meinen sie das Vorgehen, auf dem Campus Notrufzentralen gegen Vorurteile einzurichten sowie sogenannte „Triggerwarnungen“ zu verbreiten, mit denen zartempfindende Studenten vor angeblich Traumata auslösenden Lehrinhalten gewarnt werden sollen: zum Beispiel Gewaltdarstellungen in Filmen oder „rassistische“ Sprache in Texten. Dies seien, so Greg Lukianoff und Jonathan Haidt, „unangebrachte Sorgen über die psychische Labilität von Studenten“. Die „Millennials“ seien schließlich keine „Schneeflocken“, sondern meinten von sich selbst, von „überfürsorglichen Eltern und Lehrern umringt gewesen zu sein“. Forschungsergebnisse zeigten, so die Autoren weiter, dass „das Ausblenden abweichender Meinungen in Wirklichkeit schlecht für das psychische Wohlbefinden der Studenten“ sei. Spectator-Autor Toby Young entdeckt, dass „beim Lesen zwischen den Zeilen“ klar werde, dass „das eigentliche Problem an den Universitäten nicht die weinerlichen neurotischen Studenten sind, sondern die postmodernen neomarxistischen Professoren, die sie manipulieren“. Gut dokumentiert sei die „Beherrschung amerikanischer Universitäten durch die Linke, insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften“. Eine Umfrage aus dem Jahr 2016 zum Wahlverhalten von Angehörigen an den Fakultäten Wirtschaft, Geschichte, Jura, Psychologie und Journalismus an 40 führenden Universitäten ergab, dass durchschnittlich zwölf Mal mehr die Demokraten als die Republikaner wählten. In Psychologie betrug das Verhältnis 17 zu 1, in Geschichte sogar 34 zu 1. KS

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