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    Armut im Christentum

    Armut kann als Mangel und als Tugend auftreten. Was vor der Verwechslung beider Armutsverständnisse bewahrt und wie sich diesbezügliche Rechts- und Tugendpflichten auseinanderhalten lassen, erklärt Hans Thomas.

    Armut
    Armut kann als Mangel und als Tugend auftreten. Foto: dpa

    Ein Christ soll einerseits „arm“ sein (schließlich heißt es: „Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Himmelreich“, Lk 6, 20), andererseits aber die Armut bekämpfen, indem er den Armen hilft. Armut ist also einerseits eine erstrebenswerte Tugend, andererseits ein Ausdruck von Mangel, Not und Elend, der nichts Gutes beinhaltet.

    Bei der Sicht des Christentum auf die Armut muss man unterscheiden: Die tugendhafte Armut aus freiem Willen, die Armut derer, die ganz bewusst „arm sind vor Gott“ (Mt 5, 3), die sich „von unnötigen Bedürfnissen, von Anhänglichkeiten an weltliche Güter, von Geltungsstreben. Geltungssucht wie auch Luxus, Konsumismus oder Geiz“ lösen, um frei zu werden.

    Und die erzwungene Armut, die „nach Hilfe ruft“, welche gerade der zu leisten bereit ist, der freiwillig verzichtet und so von „Habgier, Eigensucht, Ichsucht, Stolz“ befreit ist – Eigenschaften, die Papst Franziskus unlängst in seinem Interview-Buch „Gott ist jung“ zu den „Ursachen des Bösen“ gezählt hat.

    Bei der Unterscheidung der Armut als Mangel und der Armut als Tugend hilft Hans Thomas und erläutert auch, welche Problem mit einer „Verwechslung oder kurzschlüssige Verbindung beider Armutsverständnisse“ verbunden sind.

    Den ausführlichen Beitrag zur Armutsdebatte lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 29. März.

    DT / Josef Bordat