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    An der Taufe kommt hier niemand vorbei

    Der Würzburger Dom strahlt jetzt in glanzvoller Helligkeit. Wenn er am Ersten Advent feierlich wieder geöffnet wird, können sich die Besucher des Festgottesdienstes am 2. Dezember um 15 Uhr von der gründlichen Restaurierung des Kiliansdoms überzeugen. Der bisher eher dunkle Dom ist jetzt innen in hellem Weiß gestrichen. Die Untersuchung der Statik der künstlerisch gestalteten Holzlattendecke im Hauptschiff wurde während der 16-monatigen Restaurierung durchgeführt, ebenso die Reinigung der Altäre und einer Vielzahl von Figuren und Epitaphien. Und bei genügend Sonnenlicht werfen nun die Fenster der Südseite bunte Lichtmosaike auf die nördliche Innenwand.

    Der frisch sanierte Kiliansdom in Würzburg. Foto: Hauck (POW)

    Der Würzburger Dom strahlt jetzt in glanzvoller Helligkeit. Wenn er am Ersten Advent feierlich wieder geöffnet wird, können sich die Besucher des Festgottesdienstes am 2. Dezember um 15 Uhr von der gründlichen Restaurierung des Kiliansdoms überzeugen. Der bisher eher dunkle Dom ist jetzt innen in hellem Weiß gestrichen. Die Untersuchung der Statik der künstlerisch gestalteten Holzlattendecke im Hauptschiff wurde während der 16-monatigen Restaurierung durchgeführt, ebenso die Reinigung der Altäre und einer Vielzahl von Figuren und Epitaphien. Und bei genügend Sonnenlicht werfen nun die Fenster der Südseite bunte Lichtmosaike auf die nördliche Innenwand.

    Am Dienstag stellten den erneuerten Dom Dompropst Weihbischof Ulrich Boom, Bau- und Kunstreferent Domkapitular Jürgen Lenssen und Joachim Fuchs, Leiter des Staatlichen Bauamts Würzburg, Journalisten vor. Das prächtige Taufbecken, das Meister Eckhart aus Worms in Auftrag gegeben hatte, steht nun mit der Osterkerze wieder in der Mitte des Doms. Denn wer in den Dom kommt, der komme an der Taufe nicht vorbei, erläuterte Weihbischof Boom. Das Taufbecken im Mittelgang kann nun auch wieder besser in die Liturgie integriert werden. Bischof Hofmann wird bei der Eröffnungsmesse das Taufwasser segnen und die Gemeinde als Zeichen des Gedenkens an die eigene Taufe besprengen. Gleichzeitig wird beim Festgottesdienst die Partnerschaft mit dem Bistum Óbidos in Brasilien verkündet, auch der Bischof dieses Bistums wird zugegen sein. Es sollten genügend Plätze für die Gottesdienstbesucher frei sein. Dem Besucher des Doms werden aber auch die zahlreichen neuen Kunstwerke auffallen, die Domkapitular Lenssen in der Führung erläuterte, und der auch selbst Werke stiftete und angefertigt hat; unter anderem zwei Reliquienschreine und Leuchter im Zentralraum der Krypta. Hier ist auch ein beeindruckender Kreuzweg von Karl Clobes zu sehen. Eine Besonderheit des Würzburger Doms sind die romanischen Knotensäulen, die mit „Booz“ und „Jachim“ beschriftet sind; sie stehen im Eingangsbereich der Ausstellung zur Dombaugeschichte. Nur im Kiliansdom gibt es diese Anknüpfung an die Tempelzeit.

    Auch der Orgel galt ein besonderes Augenmerk der Restauratoren. Alle 8 052 Orgelpfeifen werden seit Oktober neu gestimmt und werden einzeln angehört. In Tag- und Nachtschichten arbeiten hier Handwerker und Restauratoren zusammen. Eine weitere Neuerung sind auch die kleinen Andachtsräume für die Gläubigen, die jetzt geschaffen wurden, weil es im Kiliansdom zuvor wenig Kapellen gab. Im nördlichen Seitenschiff gleich neben dem Haupteingang ist solch ein abgetrennter Raum mit einer Pieta und einer goldenen Wand dahinter, deren Glanz in die Unendlichkeit zu führen scheint.

    Der Dom stehe nun gut da, sagte Direktor Joachim Fuchs vom Staatlichen Bauamt und meinte, zu seinen Lebzeiten sei eine weitere Sanierung wohl nicht mehr nötig. Auch der Freistaat Bayern habe viel Geld in die Hand genommen, die Gesamtkosten für die Sanierung betragen 3,1 Millionen Euro. Damit ist ein weiteres Kapitel in der Baugeschichte des Doms abgeschlossen, der nach der Bistumsgründung 741/2 entstanden war und in Gegenwart Karls des Großen eingeweiht wurde.