• aktualisiert:

    Wie katholische Helfer in Haiti arbeiten

    Bonn (DT/KNA) Papst Benedikt XVI. hat erneut zu internationaler Hilfe für das vom Erdbeben verwüstete Haiti aufgerufen. Unterdessen treffen in dem Karibikstaat immer mehr Mitarbeiter und Hilfsgüter kirchlicher und anderer Hilfswerke ein. Auch deutsche Bistümer beteiligen sich mit Spenden an der Hilfskampagne für die Erdbebenopfer. Über seinen Botschafter in Haiti verfolge er die Lage unmittelbar, sagte der Papst am Sonntag im Vatikan. Er lobte die Arbeit der karitativen Organisationen und rief zum Gebet auf – für die Verwundeten, die Obdachlosen und für alle, die auf so tragische Weise ihr Leben verloren hätten. „Empfehlen wir Gott die Opfer der Erdbebenkatastrophe und helfen wir selbst nach Kräften mit“, sagte Benedikt XVI. wörtlich. Das katholische Hilfswerk Misereor brachte unterdessen erste Hilfslieferungen auf den Weg. Von der Dominikanischen Republik aus werden mit Beteiligung örtlicher Partnerorganisationen Lebensmittel, Trinkwasser und Medikamente ins Katastrophengebiet transportiert, wie Misereor am Sonntag in Aachen mitteilte. Da der Flughafen der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince immer noch überlastet sei, spiele die benachbarte Dominikanische Republik weiterhin eine zentrale Rolle für die Hilfsaktionen.

    Bonn (DT/KNA) Papst Benedikt XVI. hat erneut zu internationaler Hilfe für das vom Erdbeben verwüstete Haiti aufgerufen. Unterdessen treffen in dem Karibikstaat immer mehr Mitarbeiter und Hilfsgüter kirchlicher und anderer Hilfswerke ein. Auch deutsche Bistümer beteiligen sich mit Spenden an der Hilfskampagne für die Erdbebenopfer. Über seinen Botschafter in Haiti verfolge er die Lage unmittelbar, sagte der Papst am Sonntag im Vatikan. Er lobte die Arbeit der karitativen Organisationen und rief zum Gebet auf – für die Verwundeten, die Obdachlosen und für alle, die auf so tragische Weise ihr Leben verloren hätten. „Empfehlen wir Gott die Opfer der Erdbebenkatastrophe und helfen wir selbst nach Kräften mit“, sagte Benedikt XVI. wörtlich. Das katholische Hilfswerk Misereor brachte unterdessen erste Hilfslieferungen auf den Weg. Von der Dominikanischen Republik aus werden mit Beteiligung örtlicher Partnerorganisationen Lebensmittel, Trinkwasser und Medikamente ins Katastrophengebiet transportiert, wie Misereor am Sonntag in Aachen mitteilte. Da der Flughafen der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince immer noch überlastet sei, spiele die benachbarte Dominikanische Republik weiterhin eine zentrale Rolle für die Hilfsaktionen.

    Schulen und Zentren für Kinder brauchen Hilfe

    Caritas international erklärte in Freiburg, trotz schwierigster Bedingungen vor Ort laufe die Hilfe „auf Hochtouren“. So seien die Bestände von drei Materiallagern bereits verteilt, darunter auch Decken und Zelte. Aus der Dominikanischen Republik seien Lebensmittelpakete des internationalen Caritas-Netzwerks für 50 000 Menschen auf dem Weg nach Haiti. „Es gibt weder Trinkwasser noch Lebensmittel noch Notunterkünfte“, berichtete ein Caritasmitarbeiter. Nach wie vor lägen Tote auf den Straße, die Krankenhäuser seien übervoll. Auch der Salesianer-Orden berichtete von anhaltend katastrophalen Zuständen in der Hauptstadt.

    „Tausende Menschen irren durch die Straßen. Sie schlafen auf den Straßen und auf den Bürgersteigen, wo die Toten verwesen“, zitierte das Bonner Hilfswerk Don Bosco Jugend Dritte Welt einen Salesianerpater. Sämtliche Schulen und Zentren für Straßenkinder des Ordens seien zerstört, bis zu 500 Kinder ums Leben gekommen. Der Orden habe einen ersten Hilfskonvoi in der Dominikanischen Republik auf den Weg gebracht. Ein medizinisches Team des Malteser Hilfsdienstes begann am Sonntag die Arbeit in einem teils zerstörten Krankenhaus in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince. Zugleich machte sich von Deutschland aus ein zweites Team auf den Weg, wie die Malteser in Köln mitteilten. Insbesondere in der Grenzregion zur Dominikanischen Republik seien die Krankenhäuser mit Erdbebenopfern überfüllt. Dort planen die Malteser weitere Hilfen. Am gestrigen Montagabend starteten die Malteser nach eigenen Angaben einen weiteren Transport vom belgischen Hafen Oostende nach Haiti. Er bringt zwei neue Ambulanzen in die Krisenregion, die dringend benötigte Medikamente wie Antibiotika, Wund- und Verbandsmaterialien sowie Schmerzmittel und Instrumente enthalten. Damit könnten die Malteser 20 000 Überlebende drei Monate lang medizinisch versorgen.

    Mitarbeiter der Johanniter-Unfallhilfe übergaben einem Krankenhaus der Hauptstadt eine Lieferung mit dringend benötigten Medikamenten, Sterilisationstechnik, Verbandsmaterial und chirurgischen Geräten. Mit dem Material könnten 10 000 Menschen drei Monate lang versorgt werden, teilten die Johanniter in Berlin mit.

    Die Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg wies auf die besonderen Gefahren für Mütter in Haiti hin. „Schwangere Frauen, stillende Mütter und kleine Kinder sind jetzt besonders gefährdet“, sagte CARE-Vorsitzender Heribert Scharrenbroich. Unter den Betroffenen des Erdbebens seien etwa 37 000 schwangere Frauen. An sie verteile man jetzt neben Lebensmitteln auch Pakete mit Windeln, Seife, Kleidung und Babypulver. Das Erzbistum Köln und das Bistum Limburg stellten jeweils 100 000 Euro als Soforthilfe für Haiti bereit. Der Kölner Kardinal Meisner und der Limburger Bischof Franz Peter Tebartz-van-Elst riefen die Menschen zudem zu Spenden an Hilfsorganisationen auf. In Limburg wurde am Sonntag eine Sonderkollekte für die Erdbebenopfer gehalten.

    Kirche: Keine Massenflucht in Dominikanische Republik

    Die Kirche in der Dominikanischen Republik rechnet nach dem verheerenden Erdbeben in der vergangenen Woche nicht mit einer haitianischen Massenflucht in den Nachbarstaat. Erzbischof Valentin Reynoso Hidalgo aus der Diözese Santiago de los Caballeros sagte der Tageszeitung „El Nuevo Diario“: „Die Haitianer haben ihre eigenen Interessen und werden ihre Familien, ihre Geschäfte und ihre Häuser nicht einfach so verlassen.“ Die Schließung der grünen Grenze zwischen den beiden Nachbarstaaten von den Behörden der Dominikanischen Republik nach dem Erdbeben war international kritisiert worden. Nur verletzte Opfer der Naturkatastrophe durften die Grenzübergänge passieren. Seit Jahren gibt es wegen der unterschiedlichen Auffassungen zur Einwanderungspolitik Spannungen zwischen den beiden Ländern. Rund eine Million Haitianer leben nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen im Nachbarstaat und arbeiten dort teilweise unter menschenunwürdigen Bedingungen auf den riesigen Zuckerrohrplantagen.