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    Selbsttragend und frei

    Jerusalem (DT) Die seit Ostern 2016 andauernden Instandsetzungsarbeiten an der Grabkapelle (Ädikula) in der Jerusalemer Grabeskirche stehen kurz vor ihrem Abschluss. Am 22. März soll das Gebäude in einer gemeinsamen Feier der drei beteiligten Konfessionen wieder eingesegnet werden, erklärte das für die Arbeiten verantwortliche Forscherteam der Technischen Universität Athen anlässlich der Präsentation der Baufortschritte am Mittwoch in Jerusalem. Unterdessen wurde mit dem Abbau des in britischer Mandatszeit (1947) zur Sicherung der Ädikula angebrachten eisernen Stützgerüsts begonnen. Dieser soll demnächst abgeschlossen ein.

    Die ersten Streben des britischen Eisengerüsts werden entfernt – Ende März soll die Einsegnung der Grabkapelle stattfind... Foto: AK

    Jerusalem (DT) Die seit Ostern 2016 andauernden Instandsetzungsarbeiten an der Grabkapelle (Ädikula) in der Jerusalemer Grabeskirche stehen kurz vor ihrem Abschluss. Am 22. März soll das Gebäude in einer gemeinsamen Feier der drei beteiligten Konfessionen wieder eingesegnet werden, erklärte das für die Arbeiten verantwortliche Forscherteam der Technischen Universität Athen anlässlich der Präsentation der Baufortschritte am Mittwoch in Jerusalem. Unterdessen wurde mit dem Abbau des in britischer Mandatszeit (1947) zur Sicherung der Ädikula angebrachten eisernen Stützgerüsts begonnen. Dieser soll demnächst abgeschlossen ein.

    Erstmals seit 70 Jahren werde die Kapelle damit selbsttragend und frei stehen, erklärte die hauptverantwortliche Professorin Antonia Moropoulou vor Vertretern der drei Konfessionen sowie Medien.

    Die Restaurierung der Ädikula habe deren Erhalt, strukturelle Integrität sowie Nachhaltigkeit zum Ziel gehabt. Alle drei Aspekte seien durch die bisher durchgeführten Arbeiten erreicht worden, so Moropoulou. Unter anderem habe man Deformierungen erheblich reduzieren und die Stabilität des gefährdeten Bauwerks unter anderem durch Anbringung von Titan und das Einspritzen spezieller Füllmaterialien wiederherstellen können. Als Resultat der Arbeiten sei es nun möglich, das eiserne Stützkorsett der Briten zu entfernen. Gleichzeitig sei das Gebäude durch die vorgenommenen Interventionen erdbebensicher gemacht worden. Die umfassende Reinigung hat nach Worten Moropoulous unter anderem bislang unbekannte Fresken zum Vorschein gebracht. Ein Teil des ursprünglichen Felsens in der Grabkapelle wurde durch ein Fenster für Pilger sichtbar gemacht.

    Insgesamt belaufen sich die Kosten der zehnmonatigen Arbeiten nach Angaben des Finanzverantwortlichen, Nikolaos Moropoulos, auf 3, 4 Millionen Euro. Neben den Beiträgen der drei Konfessionsgruppen wurde demnach ein großer Teil durch private Spenden (1, 5 Millionen Euro) sowie durch Beiträge des World Monuments Fond (1, 15 Millionen Euro finanziert).

    Bis zum offiziellen Abschluss sollen nun noch weitere Reinigungsarbeiten in und an dem Gebäude vorgenommen sowie der zum Schutz aufgetragene Bodenbelag und das Arbeitsgerüst in den kommenden vier Wochen wieder entfernt werden.

    Die Kapelle steht auch auf Geröllschichten

    Als problematisch für die Nachhaltigkeit der Arbeiten bezeichneten die Forscher den Untergrund der Grabkapelle sowie der Rotunde. Anders als erwartet hätten Untersuchungen ergeben, dass die Kapelle nicht ausschließlich auf natürlichem Felsen, sondern teilweise auf Geröllschichten stehe. Zusammen mit unter der Rotunde entdeckten Hohlräumen und eindringendem Wasser gefährde dies die Stabilität der Heiligen Stätte. Das Forscherteam aus Athen plädierte gegenüber den zuständigen Kirchenführern für ein Folgeprojekt, um den Untergrund zu konsolidieren und gleichzeitig ein funktionierendes Entwässerungs- und Belüftungssystem zu installieren. Die Kosten für die Folgearbeiten bezifferten sie dabei auf knapp sechs Millionen Euro. Die Entscheidung über die Fortsetzung der Arbeiten liegt bei den drei Konfessionen.