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    Rio in Ružomberok

    In der mittelslowakischen Universitätsstadt Ružomberok fand – ähnlich wie in anderen europäischen Städten – zeitgleich mit dem Weltjugendtag in Rio ein nationales Jugendtreffen „R13“ statt, um all jenen, die sich die Reise nach Rio de Janeiro nicht leisten können, die Gelegenheit zu bieten, den Weltjugendtag im eigenen Land mitzufeiern. 3 000 Jugendliche nahmen daran teil. Michal Lipiak vom Organisationsteam des „R13“ im Interview.

    Die jungen Leute des Orga-Teams mit Michal Lipiak (vorne liegend). Foto: ?uboš Drozd

    In der mittelslowakischen Universitätsstadt Ružomberok fand – ähnlich wie in anderen europäischen Städten – zeitgleich mit dem Weltjugendtag in Rio ein nationales Jugendtreffen „R13“ statt, um all jenen, die sich die Reise nach Rio de Janeiro nicht leisten können, die Gelegenheit zu bieten, den Weltjugendtag im eigenen Land mitzufeiern. 3 000 Jugendliche nahmen daran teil. Michal Lipiak vom Organisationsteam des „R13“ im Interview.

    Herr Lipiak, wie entstand die Idee zu „R13“ und wie wurde sie umgesetzt?

    Die Idee für das nationale Jugendtreffen „R13“ ist entstanden, als angekündigt worden war, dass der nächste Weltjugendtag in Brasilien stattfinden wird. Da Brasilien sehr weit weg ist und eine Reise dorthin eine große finanzielle Belastung bedeutet, beschloss der Rat für Jugend und Universität der Slowakischen Bischofskonferenz in Übereinstimmung mit den slowakischen Bischöfen, eine Alternative zu schaffen für jene, die nicht nach Rio de Janeiro reisen können. Verschiedene Städte waren im Gespräch, und schließlich wurde Ružomberok ausgewählt. Es sollte kein Festival mit bekannten Rednern oder Bands veranstaltet, sondern eine wirkliche Alternative zu Rio geboten werden.

    Können Sie uns etwas über die „Expo“ erzählen?

    Die „Expo“ ist einer der Höhepunkte von „R13“. Ziel der Initiative ist, den Teilnehmern den lebendigen Kontakt mit verschiedenen Charismen in der Kirche zu vermitteln und sie zu ermutigen, Gottes Willen in ihrem eigenen Leben zu suchen. Im vergangenen Jahr wurden Ordensgemeinschaften, Kongregationen und Säkularinstitute durch einen Brief des Präsidenten des Rates für Jugend und Universität der Slowakischen Bischofskonferenz, Bischof Thomas Galis von Žilina, zur „Expo“ eingeladen. 52 von ihnen, über 250 Ordensleute, sagten zu.

    Im Rahmen von „R13“ wurden die Gebetsgemeinschaft und die Aktion „Go“ als besonders wichtig betrachtet. Können Sie uns etwas dazu sagen?

    Das Gebet ist die wichtigste und unverzichtbare Hilfe zur Vorbereitung einer solchen Begegnung. Der Rat für Jugend und Universität der Slowakischen Bischofskonferenz hat daher alle Ordensgemeinschaften eingeladen, während der ganzen Vorbereitungszeit zu beten, und hat jeder Gemeinschaft ein bestimmtes Team anvertraut. Zahlreiche Ordensgemeinschaften haben auf diese Einladung geantwortet. Jeder konnte an der Gebetskette teilnehmen.

    Darüber hinaus wurde den Jugendlichen eine fünfmonatige geistliche Vorbereitungszeit angeboten. Zum ersten Mal in der Geschichte der Slowakei wurde ein Weltereignis mit einem nationalen Jugendtreffen verbunden. Weitere geistliche Vorbereitungen fanden monatlich unter der Leitung des Rates für Jugend und Universität der Slowakischen Bischofskonferenz statt. Sie basierten auf den Themen dieses Weltjugendtags und der vorhergegangenen Weltjugendtage, ihren Schutzpatronen und Worten des Papstes, der die Jugendlichen einlädt. Die Katechesen mit den originellen Namen INNEN, UNTEN, UM, AUSSEN und OBEN luden die jungen Menschen ein, sich auf den Weg zu machen, um in größere Tiefe zu sich selbst, zu ihrem Nächsten und zu Gott zu finden. Petra Heretová vom Diözesanjugendzentrum in Špania Dolina veranstaltete individuelle Begegnungen. Zahlreiche Seiten mit Material für junge Menschen, Priester, Katecheten und alle Gläubigen gibt es kostenlos auf www.rio13.sk. Die Katechesen wurden auch von den katholischen Medien LUX TV, Radio LUMEN sowie von katholischen Zeitungen vorgestellt. Gleichzeitig mit der ersten Katechese begann das Projekt „GO!“. Von Anfang an sollte dieses Projekt junge Menschen dazu anhalten, wahre Glaubenszeugen zu werden. Die Jugendlichen sollen ihre Phantasie, ihr Talent und ihren Sinn für Humor dafür einsetzen, die Menschen in ihrer Umgebung zu inspirieren. Das Projekt fordert die Jugendlichen auf, etwas Konkretes für ihre Umwelt zu tun. Zum Beispiel waren junge Salesianer aktiv an dem Projekt beteiligt. Sie haben eine ganze Reihe von Videos gedreht.

    Wie viele Jugendliche aus der Slowakei nahmen direkt in Rio am Weltjugendtag teil?

    Fast 300 Jugendliche aus der Slowakei sind in Rio, darunter auch Volontäre. Sie kommen aus allen Diözesen und nutzen das Angebot des Rates für Jugend und Universität der Slowakischen Bischofskonferenz. Diese bot ihnen an, sie direkt in Rio anzumelden, sowie eine geistliche Vorbereitung, zwei vorbereitende Begegnungen vor dem Flug nach Brasilien sowie alle Versicherungen für den Aufenthalt in Brasilien. In Lateinamerika verbrachten sie die erste Zeit bei brasilianischen Salesianern, die gegenwärtig an der Missionarischen Woche beteiligt sind. Sie befinden sich in sieben Pfarreien in der größten brasilianischen Stadt, Sao Paulo. Vor der Reise nach Rio sind sie zu dem berühmten Wallfahrtsort Aparecida gepilgert. Danach ging es nach Rio, wo sie an allen Veranstaltungen mit dem Heiligen Vater Franziskus, den Jugendfestivals und den Katechesen von Bischof Galis teilnahmen.