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    „Liebe, um zu leben!“

    Fulda (DT) „Den diesjährigen diözesanen Weltjugendtag können wir nicht ohne den Flugzeugabsturz in den Alpen feiern“, sagte der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, zu Beginn der Palmsonntagsliturgie in der Fuldaer Michaelskirche. „Dieses Drama stellt die in der Gesellschaft verbreitete Wellness-Religion in Frage. Am Tod zerbrechen die eigenen Illusionen“, so Algermissen. Angesichts dieser Grenzsituationen erscheine die Aussage „Im Kreuz ist Heil“ als zynisch. „Aber eine andere Hoffnung als das Kreuz haben wir nicht. Es ist unser letzter Trost“, machte der Fuldaer Oberhirte am Beginn der Karwoche mit Blick auf die Markuspassion deutlich. Es gebe nur den Weg unter und mit dem Kreuz. Alle anderen Wege seien oberflächliche Spaziergänge, so der Bischof zu den rund 250 Jugendlichen.

    250 Jugendliche ziehen mit Palmen und Fahnen am diözesanen Weltjugendtag am Palmsonntag mit Bischof Heinz Josef Algermis... Foto: S. Pilz

    Fulda (DT) „Den diesjährigen diözesanen Weltjugendtag können wir nicht ohne den Flugzeugabsturz in den Alpen feiern“, sagte der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, zu Beginn der Palmsonntagsliturgie in der Fuldaer Michaelskirche. „Dieses Drama stellt die in der Gesellschaft verbreitete Wellness-Religion in Frage. Am Tod zerbrechen die eigenen Illusionen“, so Algermissen. Angesichts dieser Grenzsituationen erscheine die Aussage „Im Kreuz ist Heil“ als zynisch. „Aber eine andere Hoffnung als das Kreuz haben wir nicht. Es ist unser letzter Trost“, machte der Fuldaer Oberhirte am Beginn der Karwoche mit Blick auf die Markuspassion deutlich. Es gebe nur den Weg unter und mit dem Kreuz. Alle anderen Wege seien oberflächliche Spaziergänge, so der Bischof zu den rund 250 Jugendlichen.

    Diesem Aufruf folgte die Palmprozession über den Domplatz. Regen und stürmischer Wind wehten den jungen Gläubigen ins Gesicht, wahrlich kein Spaziergang. Neben vielen Jugendlichen im Jugendkathedralchor, der unter der Leitung von Franz Peter Huber die Liturgie musikalisch gestaltet, lasen weitere die Passion und beteten die Fürbitten in verschiedenen Sprachen. Dabei richteten sie den Blick sowohl auf den kommenden großen Weltjugendtag in Krakau als auch auf das Thema des diesjährigen Tages aus. „Liebe, um zu leben!“ hatte das Fuldaer Vorbereitungsteam unter der Leitung von Jugendpfarrer Thomas Renze den Tag überschrieben.

    „Gewöhnlich heißt es eher: Leben, um zu lieben. Wir wollen euch zum Nachdenken bringen, was es heißt: Liebe, um zu leben“, so Renze zur Begrüßung auf der Bühne in der Aula des Marianums, einer katholischen Schule in Fulda. Ein Theaterstück verglich die Liebe einer jungen Dame zu ihrem Freund mit der Beziehung zu Gott, die eine wirkliche innere Freiheit schenkt. Weitere Impulse gab das Gespräch mit Maria Schmitt, die im Haus St. Ulrich Hochaltingen mitarbeitet. Sie berichtete über ihre Suche nach der Wahrheit. Über zwanzig Jahre studierte sie die indische Philosophie und hinduistische Erlösungstechniken. „Aber mich erfüllte es nicht, mich nach der Bildung meiner eigenen Persönlichkeit im Nichts aufzulösen“, so Schmitt. „Mit 50 Jahren stellte ich fest, dass ich nicht das gefunden hatte, was mich erfüllte. Ich brüllte vier Wochen lang zu Gott, er möge sich mir zeigen. Dann zeigte er sich mir“, so Schmitt. Sie zog nach Deutschland und ging dort seit Jahrzehnten wieder einmal in eine Heilige Messe: „Ich weinte alles aus mir heraus und spürte Jesus als Du und Gegenüber“, so Schmitt. Im anschließenden Gespräch warnte sie die Jugendlichen vor okkulten und esoterischen Praktiken. „Damit macht ihr Türen auf, die ihr nicht aufmachen wollt. Glaubt mir, Gott hat uns in Jesus alles geschenkt.“

    Die Jugendlichen setzten sich am Nachmittag in verschiedene Workshops weiter mit dem Thema auseinander. Einige besuchten Menschen in Altenheimen und Krankenhäusern und beschenkten sie mit Palmensträußchen. Andere bastelten Osterkerzen oder gestalteten mit bunten Klebebändern ein Spruchband für den großen Weltjugendtag in Krakau. Den Gebetsabend mit der Anbetung nutzten viele zur Beichte. Zuvor hatte Pfarrer Markus Vogler in seiner Katechese über das Motto des diesjährigen Weltjugendtages „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen“ (Mt 5,8) gesagt: „Gott hat jeden Einzelnen von uns unendlich lieb. Er hat ein Herz für uns. Das ist die wunderbarste Botschaft des Glaubens.“

    Bischof Heinz Josef Algermissen äußerte sich gegenüber dieser Zeitung dankbar über den Tag. „Es ist eine erlesene Schar aus Jugendlichen, aber es ist gut, dass sie hier zusammenkommt und sich schon auf die große Glaubenserfahrung in Krakau ausrichtet. Ich möchte diese Bewegung für die Kirche nicht missen. Ich bin Johannes Paul II. dafür sehr dankbar, denn davon lebt die Kirche.“ Auch Jugendpfarrer Thomas Renze mit seinem Team war zufrieden: „Es war beeindruckend, die Freude der Jugendlichen zu erleben und mit ihnen über das Geheimnis der Gottes- und Nächstenliebe nachzudenken. Ich bin mir sicher, dass dieser Tag mit der gemeinsamen Feier des Glaubens zur größeren Ehre Gottes beiträgt.“