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    Kinder in Bayern brauchen mehr Mahlzeiten in der Schule

    München (DT/dpa) Für das Mittagessen ihrer Schulkinder müssen Eltern in Bayern oft tief in die Tasche greifen. Zwischen 2,50 und 4,50 Euro kostet eine warme Mahlzeit, ergab eine dpa-Umfrage in mehreren Städten des Freistaats. Bei durchschnittlich 20 Schultagen im Monat schlägt dies mit 50 bis 90 Euro zu Buche. Sehr viel Geld, vor allem für arme Familien, die etwa von Hartz-IV leben müssen.

    München (DT/dpa) Für das Mittagessen ihrer Schulkinder müssen Eltern in Bayern oft tief in die Tasche greifen. Zwischen 2,50 und 4,50 Euro kostet eine warme Mahlzeit, ergab eine dpa-Umfrage in mehreren Städten des Freistaats. Bei durchschnittlich 20 Schultagen im Monat schlägt dies mit 50 bis 90 Euro zu Buche. Sehr viel Geld, vor allem für arme Familien, die etwa von Hartz-IV leben müssen.

    „Über Stiftungsmittel und Spendengelder versuchen wir, den Kindern die Schulspeisung zu ermöglichen“, sagte der Sprecher des Sozialreferats der Stadt München, Fabian Riedl. Auch in Augsburg und Nürnberg wird versucht, für bedürftige Kinder ein anständiges Mittagessen zu organisieren. In Bayern ist die Finanzierung des Schulessens Sache der Kommunen, es gibt aber Zuschüsse des Freistaats.

    Gerade in München ist die Situation für Eltern mit wenig Geld nach den Erfahrungen Riedls besonders schwer. „In München sind auch viele Dinge des normalen Lebens teurer als in anderen Städten.“ Hier unterstützt die „Süddeutsche Zeitung“ mit Mitteln aus einer Erbschaft. Aufgestockt mit Spendengeldern stünden für dieses Schuljahr 470 000 Euro zur Verfügung, sagte Riedl. Damit könnten 900 Kinder verpflegt werden – bei umgerechnet 2,17 Euro pro Mittagessen.

    „Die Stadt stellt

    ausgewählten Schulen Geld zur Verfügung,

    damit zumindest die Kinder verpflegt werden können, die es

    besonders nötig haben“

    Riedl schätzt allerdings, dass nur etwa ein Viertel der Kinder erreicht werden, die eigentlich eine Unterstützung bräuchten. Deshalb stellt die Stadt ausgewählten Schulen Geld zur Verfügung, damit zumindest die Kinder verpflegt werden können, die es besonders nötig haben.

    Auch die „Augsburger Allgemeine“ engagiert sich beim Schulessen über ihre „Kartei der Not“. Eltern müssen bei der Zeitung einen Antrag stellen. Wenn die Förderkriterien erfüllt sind, finanziert die Zeitung das Schulessen. „Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt es bei uns in Augsburg nicht“, sagte ein Sprecher des Schulreferats. Bei bedürftigen Kindern oder in Härtefällen werde die Angelegenheit unbürokratisch erledigt. Es gebe in keiner Schule die Situation, dass Kinder vom gemeinsamen Essen ausgeschlossen werden.

    „Auch die Schulen

    treten mitunter an das Sozialreferat heran. Das Geld fließt direkt an die Schule oder an den

    Essenslieferanten“

    Bedürftige Nürnberger Familien sollen ab dem neuen Schuljahr 2008/2009 beim Jugendamt Zuschüsse beantragen können. Wie die Vergabe geregelt wird, ob direkt an die Eltern oder an die Schulträger gezahlt wird, ist nach Angaben der Stadt noch nicht entschieden.

    In München ist ein Antrag der Eltern gar nicht nötig. Hier machten die 13 Sozialbürgerhäuser auf bedürftige Kinder aufmerksam. Auch die Schulen treten mitunter an das Sozialreferat heran. Das Geld fließt direkt an die Schule oder an den Essenslieferanten. Diese Hilfe könne eine Regelförderung nicht ersetzen, kritisierte der Münchner Sozialreferatssprecher Riedl. Die Stadt fordert deshalb, den Hartz-IV-Regelsatz von 347 Euro auf 410 Euro zu erhöhen. Verbessert hat die Stadt bereits die Lage der Menschen, die wegen Alters oder wegen Erwerbsunfähigkeit nicht genug Geld haben. Für sie sei die Grundsicherung von 347 auf 371 Euro erhöht worden, sagte Riedl.