• aktualisiert:

    Berlin

    Glosse: Die ganz neue Einheit

    Die deutsche Gesellschaft wirkt zerrissen, da tut es gut, das Gedenken an die deutsche Einheit zu fördern.

    Einheitswippe
    Das Model für das künftige Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin. Foto: Tim Brakemeier (dpa)

    Die deutsche Gesellschaft wirkt zerrissen, da tut es gut, das Gedenken an die deutsche Einheit zu fördern. Doch alles wirkt wie blockiert. Zwei Projekte liegen auf Eis. Bei der Berliner „Einheitswippe“ ist es die dunkle Macht der Fledermäuse, die den Bau verzögert. Ab Mai fühlen sich die Tierchen wieder ungestört, der Bau könnte beginnen. Doch: „Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk“ sollte am Denkmal stehen. Das klingt viel zu altbacken. Kulturstaatsministerin Monika Grütters mag es nicht.

    Das Brandenburger Tor als Einheitsdenkmal

    Und reicht nicht das Brandenburger Tor als Einheitsdenkmal, wie Architekturexperte Niklas Maak meint? Die symbolische Idee der „Einheitswippe“ besteht darin, das Volk in Bewegung zu halten. Als wenn dies angesichts des um sich greifenden Chaos' noch betont werden müsste. Bei der Düsseldorfer „Einheitsflöte“ hingegen werden die Risse in der aktuellen Politik gut sichtbar. Ist das vielleicht das Problem? Eine 30 Meter hohe Säule mit gespaltenen Blöcken, darunter Verdrehungen und Öffnungen, durch die der Wind hörbar pfeifen soll. Und das Ganze geschenkt. Der Stadtrat ist dafür, die Kunst-Kommission dagegen. Was tun? Am besten man stellt überall, wie in Trier, Marx-Denkmäler auf. Als Zeichen für die ganz neue Einheit. Das dürfte sehr schnell gehen.

    Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier .