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    Druck auf Hilfswerk wächst

    Berlin (DT/KNA) Die Spitze von Unicef Deutschland hat Vorwürfe gegen die zurückgetretene Vorstandsvorsitzende Heide Simonis erhoben und ein neues Leitbild angekündigt. Der in der Kritik stehende Geschäftsführer Dietrich Garlichs soll aber im Amt bleiben. Er lehnte am Mittwoch vor Journalisten in Berlin auch persönlich einen Rücktritt ab. Er habe Fehler gemacht, räumte er ein. Derweil dauerte die öffentliche Diskussion um die Vorgänge bei Unicef an. Mehrere Prominente, die sich für das Kinderhilfswerk engagieren, drängten auf mehr Transparenz.

    Berlin (DT/KNA) Die Spitze von Unicef Deutschland hat Vorwürfe gegen die zurückgetretene Vorstandsvorsitzende Heide Simonis erhoben und ein neues Leitbild angekündigt. Der in der Kritik stehende Geschäftsführer Dietrich Garlichs soll aber im Amt bleiben. Er lehnte am Mittwoch vor Journalisten in Berlin auch persönlich einen Rücktritt ab. Er habe Fehler gemacht, räumte er ein. Derweil dauerte die öffentliche Diskussion um die Vorgänge bei Unicef an. Mehrere Prominente, die sich für das Kinderhilfswerk engagieren, drängten auf mehr Transparenz.

    Das Leitbild soll laut einem Eckpunkte-Papier eine „ethisch-moralische Standortbestimmung der Organisation“ aufzeigen. Zudem vorgesehen sind unter anderem eine Selbstverpflichtung der Geschäftsleitung zu regelmäßigem Austausch mit Fachleuten von außen, eine umfassendere und transparentere Finanzberichterstattung sowie eine Stärkung der organisationsinternen Kommunikation. Dabei sollen auch eine Reklamationsstelle und ein Ombudsmann eingesetzt werden. Der kommissarische Vorsitzende Reinhard Schlagintweit sprach von einer Vertrauenskrise. Viele Menschen seien zutiefst schockiert oder verunsichert angesichts der Vorwürfe. Simonis habe die Probleme im öffentlichen Umgang mit professioneller Spendenwerbung nicht erkannt.

    Vorstandsmitglied Rolf Seelmann-Eggebert sagte, Simonis habe „darüber belehrt“, dass der Vorstand für Reformen nicht viel übrig habe. Dabei habe sie selbst mit den Vorstandsmitgliedern im Januar ein ganzes Paket von Reformen beschlossen. Die Sprecherin der ehrenamtlichen Arbeitsgruppen, Carmen Creutz, warf der bisherigen Chefin vor, die „sehr gute Arbeit“ beschädigt zu haben.

    UNICEF-Botschafterin Sabine Christiansen betonte das langjährige Engagement von Simonis für das Hilfswerk. Das dürfe man auch jetzt nicht vergessen. Sie sprach von „Schlampereien“ im Bereich der Kommunikation, nachdem sie am Morgen von „furchtbaren Schlampereien“ der Geschäftsführung gesprochen hatte. Zugleich betonte sie, dass keine Gelder veruntreut worden seien. Die Hilfe für Kinder in Konflikten in Not komme stets an. Viele prominente Unterstützer seien besorgt, wollten sich aber weiter engagieren.

    Schlagintweit, der einzelne Journalistenfragen bei der Pressekonferenz ablehnte, meinte, die Bewertung der Arbeit von Simonis durch den Vorstand sei kein „Tribunal“. Ausdrücklich lobte er ihren Fleiß. Sie hätte aber frühzeitig Vertrauen in den Geschäftsführer und Entschlossenheit zur gemeinsamen Bewältigung der Krise bekunden müssen. Garlichs bestätigte in der Pressekonferenz den vom Vorstand genehmigten Einsatz eines Architekten, der auch beim Umbau der UNICEF-Geschäftsstelle tätig war, an seinem Privathaus sowie die Zahlung von Provisionen für die Einwerbung von Großspenden in drei Fällen.