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    Der gemeinnützige Sektor soll transparenter arbeiten

    Berlin (DT/KNA) Vereine, Bürgerinitiativen und Stiftungen in Deutschland sollen in Zukunft transparenter arbeiten. Dafür warb am Mittwoch in Berlin die „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“.

    Berlin (DT/KNA) Vereine, Bürgerinitiativen und Stiftungen in Deutschland sollen in Zukunft transparenter arbeiten. Dafür warb am Mittwoch in Berlin die „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“.

    Das Bündnis will einheitliche Mindeststandards im gesamten gemeinnützigen Sektor etablieren. Gerade im Bereich zivilgesellschaftlicher Organisationen sei Transparenz von enormer Bedeutung, um dem Vertrauen der Menschen gerecht zu werden, sagte die Initiatorin Karenina Schröder. Problematisch sei, wenn Organisationen nicht erkennen ließen, wer sie finanziere und welche Interessen sie verträten. Zwar gebe es bereits eine Reihe von Transparenz-Initiativen wie das Spendensiegel des Deutschen Zentral-Instituts (DZI) oder den Transparenzpreis; diese deckten jedoch immer nur einen kleinen Ausschnitt an Organisationen ab, erläuterte Schröder. Die „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ richte sich nun vor allem an kleine Organisationen, die bislang durch das Raster der Überprüfung gefallen seien. Vereine und Stiftungen können bei der Bewertung freiwillig zehn Fragen über ihre Organisation beantworten und der Öffentlichkeit auf einer eigens dafür eingerichteten Internetseite zur Verfügung stellen. „Dabei geht es vor allem darum, woher das zur Verfügung stehende Geld stammt, wofür es verwendet wird und wer über die Verwendung entscheidet“, erklärte Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates und Mitglied des Trägerkreises der Initiative. Vor allem der Kulturbereich, den zu weiten Teilen die Zivilgesellschaft trage, habe eine Bringschuld. „Wir müssen der Allgemeinheit die Sicherheit geben, dass die Mittel, die sie investiert, gut angelegt sind“, so Zimmermann.

    Zu den Initiatoren zählen unter anderem der Bundesverband Deutscher Stiftungen und der Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (Venro). Sie erhoffen sich eine große Breitenwirkung der Initiative, da sich die Selbstverpflichtung leicht umsetzen lasse. Zu den Erstunterzeichnern gehörten auch der Deutsche Caritasverband, der Paritätische Wohlfahrtsverband sowie die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und World Vision Deutschland.