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    Den Bezug zum Schöpfer wiederherstellen

    Brühl (DT) „Das hatten wir noch nicht“, freute sich der evangelische Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber. Die 17 Mitgliedskirchen und Gemeinschaften der von ihm geleiteten „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)“ hatte sich im Januar dieses Jahres einstimmig auf einen neuen kirchlichen Festtag geeinigt. An jedem ersten Freitag im September soll der „Tag der Schöpfung“ gefeiert werden. Auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag im Mai wurde der neue Festtag feierlich proklamiert. Am vergangenen Freitag war in Brühl bei Köln schließlich „Premiere“: In der griechisch-orthodoxen Kirche „Hl. Johannes der Täufer“ feierten hochrangige Vertreter mehrerer christlicher Konfessionen einen ökumenischen Gottesdienst, darunter neben Friedrich Weber auch der Speyerer katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann, der griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland, Augoustinos, der Bischof der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, Hans-Jörg Vogt, und die methodistische Bischöfin Rosemarie Wenner.

    Brühl (DT) „Das hatten wir noch nicht“, freute sich der evangelische Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber. Die 17 Mitgliedskirchen und Gemeinschaften der von ihm geleiteten „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)“ hatte sich im Januar dieses Jahres einstimmig auf einen neuen kirchlichen Festtag geeinigt. An jedem ersten Freitag im September soll der „Tag der Schöpfung“ gefeiert werden. Auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag im Mai wurde der neue Festtag feierlich proklamiert. Am vergangenen Freitag war in Brühl bei Köln schließlich „Premiere“: In der griechisch-orthodoxen Kirche „Hl. Johannes der Täufer“ feierten hochrangige Vertreter mehrerer christlicher Konfessionen einen ökumenischen Gottesdienst, darunter neben Friedrich Weber auch der Speyerer katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann, der griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland, Augoustinos, der Bischof der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, Hans-Jörg Vogt, und die methodistische Bischöfin Rosemarie Wenner.

    Dabei wurde bewusst die kleine, aber prächtige orthodoxe Kirche in Brühl zum Austragungsort des ersten „Tages der Schöpfung“ erkoren. Denn es war der damalige ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios, der im Jahre 1989 die Idee zu diesem Feiertag hatte. In Brühl, einer kleinen Stadt zwischen Köln und Bonn, schufen Vertreterinnen und Vertreter der ACK bereits im Oktober 2008 die theologischen Grundlagen für den ökumenischen Feiertag. Dies, so betonte Metropolit Augoustinos, sei ein „Zeichen, dass die Stimme der Orthodoxie in der Ökumene gehört“ werde. Der Erzpriester der rührigen Brühler Gemeinde, Radu Constantin Miron, ist zudem Ökumenebeauftragter der griechisch-orthodoxen Metropolie in Deutschland.

    Welche Kernbotschaften ein christlicher „Tag der Schöpfung“ transportieren sollte, machte Erzpriester Miron in seiner kurzen Ansprache zu Beginn des Gottesdienstes deutlich. Er verwies insbesondere auf die Worte des Römerbriefes „Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers“ (1, 25). Es gehe gerade nicht darum, die Schöpfung zu loben, sondern den Schöpfer. Gerade beim ökologischen Engagement werde dieser Umstand gerne vergessen. Eines der Hauptziele der Schöpfung sei das „Eins-Sein“ mit Gott, das der Mensch jedoch von Anfang an verfehlt habe. Diesen Gedanken griff auch Landesbischof Friedrich Weber in seiner Rede zum anschließenden Festakt auf und brachte das grundlegende Ziel des Schöpfungstages auf die Kurzformel „Gott preisen“. Die Menschen müssten den Bezug zum Schöpfer wiederherstellen und daraus zugleich die erforderlichen Konsequenzen ziehen. So genüge es nicht, nur die Schuld der Menschen an der Zerstörung der Natur zu benennen, sondern das eigene Handeln wieder an Gott rückzubinden. Dies habe im liturgischen Kalender bisher keinen Ausdruck gefunden. Weber wies darauf hin, dass die Bibel keine Herrschaft des Menschen über die Natur begründe, sondern lediglich dazu aufrufe, die Erde in Besitz zu nehmen und mit ihr in Beziehung zu leben. Nicht zuletzt die aktuellen Debatten über den Schutz des Klimas machen laut Weber deutlich, dass wir an einem Scheideweg stünden. Gerade deswegen sieht der evangelische Bischof die Notwendigkeit eines Schöpfungstages, um sich dieser Verantwortung vor Gott wieder bewusst zu werden.

    Damit dieser Anspruch gelingen kann, muss der „Tag der Schöpfung“ freilich in den kommenden Jahren in die Gemeinden vor Ort getragen werden. Denn trotz der gut besuchten Premiere in Brühl beklagten einige Teilnehmerinnen zu Recht, dass der neue Festtag nur äußerst spärlich an der Basis kommuniziert wurde. Doch der Speyerer Bischof Wiesemann zeigte sich in seinem Grußwort optimistisch, dass dies gelingen könne und erinnerte an eine andere ökumenische Errungenschaft, die aus kleinen Anfängen zu einer weltweiten Bewegung avancierte: Den Weltgebetstag der Frauen. So sprach Wiesemann von einem „motivierenden Prozess“ und lobte das große Potenzial des Schöpfungstages. Nun gelte es, weitere lokale Initiativen, Gebete und andere Formen der Beteiligung zu entwickeln.