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    Bundesärztekammer fordert Transplantationsbeauftragte

    Berlin (DT/KNA) Die Bundesärztekammer (BÄK) hat Transplantationsbeauftragte in allen deutschen Krankenhäusern gefordert. Die derzeit niedrige Zahl der Organspenden könne deutlich steigen, wenn in jeder Einrichtung Ärzte und Pflegepersonal für das Thema sensibilisiert seien, sagte BÄK-Vorstandsmitglied Martina Wenker am Dienstag in Berlin. Dabei bräuchten Transplantationsbeauftragte ausreichend Zeit für ihre Aufgabe.

    Berlin (DT/KNA) Die Bundesärztekammer (BÄK) hat Transplantationsbeauftragte in allen deutschen Krankenhäusern gefordert. Die derzeit niedrige Zahl der Organspenden könne deutlich steigen, wenn in jeder Einrichtung Ärzte und Pflegepersonal für das Thema sensibilisiert seien, sagte BÄK-Vorstandsmitglied Martina Wenker am Dienstag in Berlin. Dabei bräuchten Transplantationsbeauftragte ausreichend Zeit für ihre Aufgabe.

    Ärzte sollen tatsächlich jeden Hirntod melden

    In Berlin berieten bis zum gestrigen Mittwoch Wissenschaftler über die aktuelle Lage der Transplantationsmedizin in Deutschland. Auch der zuständige Referatsleiter im Bundesgesundheitsministerium, Lars-Christoph Nickel, bezeichnete die Krankenhäuser als Zentralstelle, um die Zahl an Organspenden zu steigern. Das Thema Organspende dürfe nicht im Hintergrund bleiben. Entscheidend sei zudem, dass Ärzte jeden Hirntod eines Patienten der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) melden.

    Ausdrücklich lobte Nickel jene Bundesländer, in denen es bereits eine solche gesetzliche Meldepflicht gibt. Einmütig betonten Bundesärztekammer und Ministerium, dass sie keinen gesetzlichen Änderungsbedarf hinsichtlich der Regelung zur Organspende sähen. Es gebe keine Hinweise dafür, dass durch die Einführung der sogenannten Widerspruchslösung statt der geltenden erweiterten Zustimmungsregelung die Zahl der Organspenden steige, so Nickel.

    Bei der „Widerspruchslösung“ ist eine Organentnahme erlaubt, solange der Betroffene zu Lebzeiten nicht ausdrücklich Widerspruch anmeldete. Eindringlich warnte die BÄK vor Qualitätseinbußen bei der Organtransplantation in Folge neuer europäischer Vorgaben. Die deutschen Standards seien durch eine Vereinheitlichung, wie sie der Entwurf einer EU-Richtlinie vorsehe, in Gefahr, sagte Wenker. Die Bundesregierung solle sich dafür einsetzen, dass die Brüsseler Richtlinie, die bis Ende des Jahres beschlossen werden soll, den nationalen Standards Rechnung trage.

    Warnung vor neuer Bürokratie durch EU-Verordnungen

    Zudem warnte die Kammer vor wachsender Bürokratie angesichts des Richtlinien-Entwurfs. Die Schaffung von zusätzlichen nationalen Aufsichtsbehörden und Qualitätsprüfungsverfahren führe im Zweifel sogar eher noch zu einem Rückgang an Organspenden, so Wenker. Dies sei angesichts des Mangels an Spenderorganen nicht vertretbar. BÄK-Ehrenpräsident Karsten Vilmer betonte, die Steigerung der Organspendezahlen sei nach wie vor eine zentrale Herausforderung.