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    Berufungsverfahren im ersten Rote-Khmer-Prozess

    Phnom Pen (DT/KNA) In Phnom Penh hat am Montag das Berufungsverfahren im „Fall 001“ des ehemaligen Folterchefs der Roten Khmer begonnen. Die Berufungsverhandlung über den zu 35 Jahren Haft verurteilten Kang Kek Eav soll am Mittwoch zu Ende gehen. Die Anwälte des Duch genannten früheren Leiters des Foltergefängnisses Tuol Sleng wollen eine Freilassung ihres Mandanten erreichen. Das aus kambodschanischen und internationalen Richtern zusammengesetzte Tribunal habe nicht das Recht gehabt, über ihren Mandanten zu urteilen. Laut Vereinbarung zwischen der kambodschanischen Regierung und den Vereinten Nationen dürfe nur die oberste Führungsebene der Roten Khmer vor Gericht gestellt werden. Als Gefängnisdirektor sei der heute 68-Jährige jedoch nur ein Befehlsempfänger des Regimes gewesen. Andreas Selmeci, Repräsentant des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) in Phnom Penh, rechnet damit, dass ein Urteil im Berufungsverfahren noch vor dem „für Juli vermuteten Beginn des Hauptverfahrens im Fall 002“ gefällt wird. „Damit soll erreicht werden, dass das Verfahren gegen Duch als Präzedenz genutzt werden kann“, sagte Selmeci am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der deutsche ZFD unterstützt die anwaltliche Vertretung von Opfern der Roten Khmer vor dem Tribunal. Auch die Staatsanwaltschaft hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Sie fordert eine lebenslange Haftstrafe. 35 Jahre Haft seien angesichts der fast 15 000 Menschen, die in dem von Duch geleiteten Gefängnis durch Folter und Mord ums Leben gekommen waren, zu gering. Duch war Ende Juli 2010 wegen des „schwerwiegenden“ Bruchs der Genfer Konvention und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 35 Jahren Haft minus 16 Jahren wegen „einer früheren, ungesetzlichen Haft“ verurteilt worden. Deshalb, so die Richter seinerzeit, müsse Duch nur 19 Jahre im Gefängnis verbringen. Überlebende des Folter-KZs der Roten Khmer waren über das ihrem Empfinden nach zu milde Urteil empört. Im Fall 002 müssen sich vier ehemalige Mitglieder des Regimes der Roten Khmer für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord vor dem Tribunal verantworten. Die knapp vierjährige Terrorherrschaft der Roten Khmer kostete zwischen 1975 und 1979 mehr als zwei Millionen Kambodschaner das Leben.

    Phnom Pen (DT/KNA) In Phnom Penh hat am Montag das Berufungsverfahren im „Fall 001“ des ehemaligen Folterchefs der Roten Khmer begonnen. Die Berufungsverhandlung über den zu 35 Jahren Haft verurteilten Kang Kek Eav soll am Mittwoch zu Ende gehen. Die Anwälte des Duch genannten früheren Leiters des Foltergefängnisses Tuol Sleng wollen eine Freilassung ihres Mandanten erreichen. Das aus kambodschanischen und internationalen Richtern zusammengesetzte Tribunal habe nicht das Recht gehabt, über ihren Mandanten zu urteilen. Laut Vereinbarung zwischen der kambodschanischen Regierung und den Vereinten Nationen dürfe nur die oberste Führungsebene der Roten Khmer vor Gericht gestellt werden. Als Gefängnisdirektor sei der heute 68-Jährige jedoch nur ein Befehlsempfänger des Regimes gewesen. Andreas Selmeci, Repräsentant des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) in Phnom Penh, rechnet damit, dass ein Urteil im Berufungsverfahren noch vor dem „für Juli vermuteten Beginn des Hauptverfahrens im Fall 002“ gefällt wird. „Damit soll erreicht werden, dass das Verfahren gegen Duch als Präzedenz genutzt werden kann“, sagte Selmeci am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der deutsche ZFD unterstützt die anwaltliche Vertretung von Opfern der Roten Khmer vor dem Tribunal. Auch die Staatsanwaltschaft hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Sie fordert eine lebenslange Haftstrafe. 35 Jahre Haft seien angesichts der fast 15 000 Menschen, die in dem von Duch geleiteten Gefängnis durch Folter und Mord ums Leben gekommen waren, zu gering. Duch war Ende Juli 2010 wegen des „schwerwiegenden“ Bruchs der Genfer Konvention und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 35 Jahren Haft minus 16 Jahren wegen „einer früheren, ungesetzlichen Haft“ verurteilt worden. Deshalb, so die Richter seinerzeit, müsse Duch nur 19 Jahre im Gefängnis verbringen. Überlebende des Folter-KZs der Roten Khmer waren über das ihrem Empfinden nach zu milde Urteil empört. Im Fall 002 müssen sich vier ehemalige Mitglieder des Regimes der Roten Khmer für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord vor dem Tribunal verantworten. Die knapp vierjährige Terrorherrschaft der Roten Khmer kostete zwischen 1975 und 1979 mehr als zwei Millionen Kambodschaner das Leben.