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    Augsburg atmet auf

    Augsburg (KNA) Kurz vor 19 Uhr am Sonntagabend kam aus Augsburg die erlösende Nachricht: Die 1,8 Tonnen schwere britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist erfolgreich entschärft. Rund 54 000 Bürger hatten dafür eine 1,5 Kilometer große Sperrzone in der Innenstadt verlassen müssen. Es war die größte Evakuierung seit dem Zweiten Weltkrieg. Betroffen waren 32 000 Haushalte, außerdem hunderte Bewohner kirchlicher Einrichtungen wie die Klinik Vincentinum, mehrere Seniorenheime der Caritas sowie Menschen mit Behinderungen. Auch Weihnachtsgottesdienste mussten entfallen – sogar im Dom. Sie wurden in andere Kirchen verlegt.

    Augsburg (KNA) Kurz vor 19 Uhr am Sonntagabend kam aus Augsburg die erlösende Nachricht: Die 1,8 Tonnen schwere britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist erfolgreich entschärft. Rund 54 000 Bürger hatten dafür eine 1,5 Kilometer große Sperrzone in der Innenstadt verlassen müssen. Es war die größte Evakuierung seit dem Zweiten Weltkrieg. Betroffen waren 32 000 Haushalte, außerdem hunderte Bewohner kirchlicher Einrichtungen wie die Klinik Vincentinum, mehrere Seniorenheime der Caritas sowie Menschen mit Behinderungen. Auch Weihnachtsgottesdienste mussten entfallen – sogar im Dom. Sie wurden in andere Kirchen verlegt.

    Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa sagte am Montag, wie viele andere Augsburger habe er gestern mit „großer Erleichterung und Freude“ auf die Nachricht von der Entschärfung der Fliegerbombe reagiert. Sein besonderer Dank gelte den Männern vom Räumkommando. Während des Gottesdienstes, den er in der Stadtpfarrkirche Sankt Anton feierte, sei an sie gedacht worden. In der Stadt sei „sehr viel Gutes geschehen, für das wir alle von ganzem Herzen dankbar sein können“. Das dortige Pfarrheim hatte wie viele andere Einrichtungen der Kirchen für Betroffene zur Verfügung gestanden. Ansonsten gab es Notunterkünfte auf der Messe, in Turnhallen und Schulen. Zdarsa zeigte sich überzeugt, dass dieser erste Weihnachtstag eine gute Auswirkung für das Miteinander haben werde. „Und wer gemeint hätte, dass Schuld keine Nachwirkungen hat, der konnte nun in Augsburg an Weihnachten erfahren, wie die Hinterlassenschaften des Krieges uns Menschen auch heute noch belasten können.“ Diese Erfahrung zeige, dass Friede und Sicherheit nichts Selbstverständliches seien. Der Bischof erinnerte an die vielen Menschen aus Syrien, die in so großer Zahl in Deutschland aktuell Aufnahme gefunden hätten.

    Hilfsorganisationen hatten 200 Fahrzeuge im Einsatz gehabt. Die Caritas teilte mit, die Evakuierungen seien „bei guter Stimmung“ und ohne Schwierigkeiten in andere Häuser des Wohlfahrtsverbands abgelaufen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten einen ganz besonderen Teamgeist entwickelt, und auch die alten Menschen hätten mit Flexibilität und Gelassenheit reagiert. So habe eine hochbetagte Frau andere zu beruhigen verstanden und erklärt: „Als junger Mensch bin ich in Augsburg dreimal ausgebombt worden. Das hier ist jetzt halb so wild.“