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    Die Zerrissenheit einer Mutter

    Ein Mutter-Sohn-Drama um einen Drogensüchtigen, bei dem vor allem die Schauspieler glänzen: „Ben is back“. Von José García

    Um von der Drogensucht wegzukommen, lebt der 19-jährige Ben (Lucas Hedges) in einer betreuten Wohnung. Weihnachten möcht... Foto: Tobis

    In seinem Regiedebüt „Pieces of April: Ein Tag mit April Burns“ (2003) stellte Peter Hedges fernab jeglicher Hollywood-Hochglanzfassade ein kompliziertes Mutter-Kind-Verhältnis in den Mittelpunkt. Wie in „Pieces of April“ spielt auch in seinem aktuellen Film „Ben is back“ die Beziehung einer Mutter zum „schwarzen Schaf“ der Familie die zentrale Rolle.

    Ben befindet sich in betreutem Wohnen, um von seiner Drogensucht wegzukommen

    Am Morgen von Heiligabend steht der 19-jährige Ben Burns (Lucas Hedges) einfach vor der Haustür. Für seine Mutter Holly (Julia Roberts) ist die Überraschung ein Grund zur Freude. Seine Schwester Ivy (Kathryn Newton) zeigt sich allerdings eher besorgt, genauso wie sein Stiefvater Neal (Courtney B. Vance). Denn Ben befindet sich zurzeit in einer betreuten Wohneinrichtung, um von seiner Drogensucht wegzukommen. Holly stimmt zu, dass Ben die nächsten 24 Stunden bei der Familie verbringt – unter der Bedingung, dass er von ihrer Seite nicht weicht. Bald bekommen aber auch andere Menschen aus Bens Vergangenheit mit, dass er in der Stadt ist. Plötzlich ist der geliebte Hund Ponce verschwunden ...

    Berührendes Mutter-Sohn-Drama mit glänzenden Schauspielern

    Drehbuchautor und Regisseur Peter Hedges gelingt es, allen möglichen Klischees zu entgehen. Schließlich basiert „Ben is Back“ auf den Erfahrungsberichten der Betroffenen selbst. Auch wenn die zweite, sich in Richtung Thriller entwickelnde Filmhälfte etwas zu künstlich Spannung erzeugt, bleibt „Ben is Back“ vor allem ein berührendes Drama über das Mutter-Sohn-Verhältnis, in dem vor allem die Schauspieler glänzen.

    Den Trailer zum Film sehen Sie hier.

    Lucas Hedges, der Sohn des Regisseurs, verkörpert Ben als jungen, sympathischen jungen Mann mit dem seelischen Schmerz aus seiner dunklen Vergangenheit. Julia Roberts drückt die ganze Zerrissenheit einer Mutter aus, die an das Gute in ihrem Sohn glauben möchte, die aber immer wieder enttäuscht wurde. Aber „Ben is Back“ stellt auch eine Anklage gegen ein System dar, bei dem Jugendliche leicht in die Sucht geraten: Als Kind wurde Ben nach einem Sportunfall mit schmerzstillenden Tabletten behandelt, die ihn schnell abhängig machten.

    DT

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