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    "Intrigo - Tod eines Autors"

    Schuld und Sühne in Realität und Fiktion: Die der literarischen Vorlage geschuldete komplexe Dramaturgie des Films "Intrigo" befridiegt den Zuschauer nicht. Von José García

    Der Übersetzer Daniel (Benno Fürmann, links) besucht den erfolgreichen Autor Alex Henderson (Ben Kingsley), um sich für ... Foto: Fox

    Der Übersetzer David Moerk (Benno Fürmann) besucht den erfolgreichen Autor Alex Henderson (Ben Kingsley) auf einer kleinen griechischen Insel, wo der Schriftsteller in völliger Abgeschiedenheit lebt. Er sei eben froh, keine Nachbarn zu haben. David, der sich beim Autor als „Henry“ ausgibt, möchte die Meinung eines Profis über seinen ersten Roman hören. Henderson scheint neugierig zu sein, weshalb er sich von „Henry“ aus dem Buch vorlesen lässt. Es handelt von einem erfolgreichen Schriftsteller namens David, dessen Frau Eva (Tuva Novotny) ihn verlassen möchte.

    Nach und nach ergeben sich Parallelen zwischen fiktivem und realem Fall

    Als Henderson bereits abwinkt, nimmt der Roman eine dramatische Wendung. Noch dramatischer wird es allerdings, als Moerk von seinem Auftrag erzählt, den letzten Roman des kürzlich auf mysteriöse Weise verstorbenen Autors Germund Rein zu übersetzen. David lernt dessen Witwe Mariam (Daniela Lavender) kennen, die ihn ganz schön beeindruckt. Nach und nach kommen Parallelen zwischen dem fiktiven und dem realen Fall ans Tagelicht.

    Sehen Sie hier den Trailer zum Film.

    Basierend auf dem ersten Teil der „Intrigo“-Trilogie von Håkan Nesser wechselt der Film von Regisseur Daniel Alfredson und seiner Mit-Drehbuchautorin Brigitta Bongenhielm immer wieder zwischen den zwei Zeitebenen. Es handelt sich allerdings nicht nur um einen „Film im Film“ – die Geschichte von David und Eva, die in die Rahmenhandlung des Besuchs von Henry/David bei Alex Henderson eingebettet wird. Denn die „Geschichte in der Geschichte“ führt bald insofern in eine ganz andere Richtung, als sich die Übersetzung des Germund-Rein-Manuskripts und das Schicksal des Autors immer mehr in den Vordergrund drängen.

    Die Verknüpfung der Handlungsstränge gelingt nicht ganz

    Die Verknüpfung der Handlungsstränge sowie von Realität und Fiktion dieser komplexen Dramaturgie gelingt jedoch nicht ganz. Dazu kommt es, dass häufig die Bilder kaum kinotauglich sind. Dennoch stellt „Intrigo – Tod eines Autors“ nachdenkenswerte Fragen im Zusammenhang mit Schuld und Sühne.

    DT

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