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    Was ist das - die "katholische Lebensgestalt"?

    Hintergründe zu einer Diskussion der Schriftsteller Martin Mosebach und Christian Lehnert.

    Martin Mosebach („Häresie der Formlosigkeit“) zu Veränderungen in der Kirche. Foto: dpa

    Gibt es noch so etwas wie eine katholische Lebensgestalt? Und hat sie sich bruchlos bis heute erhalten können? Diese Fragen wollte das Katholische Forum Niedersachsen im Tagungshaus der Basilika St. Clemens in Hannover am Wochenende nicht Theologen, sondern diesmal Schriftstellern überlassen, wie der Direktor des Forums, Jens Lüpke, einführend sagte. Zu einer spannenden Diskussion trafen sich die Schriftsteller Martin Mosebach und Christian Lehnert unter Moderation von Ingo Langner, Regisseur und Publizist, auf dem in violettes Licht getauchten Podium. „Römisch – Zwischenbericht zur katholischen Lebensgestalt“ war das Thema.

    Häresie der Liturgie

    Wie ist das mit der Häresie der Liturgie, wollte der Moderator von Martin Mosebach wissen und spielte damit auf eines der Bücher des Büchnerpreisträgers, auf die „Häresie der Formlosigkeit“, an? Was bedeutet es also, dass der außerordentliche Ritus nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wieder zugelassen wurde? „Der Gesetzesakt von Papst Benedikt XVI. entsprach seiner persönlichen Anschauung, wie ein Papst handeln sollte“, führte Mosebach aus.

    Dabei sei Benedikt XVI., der die Liturgiereform als großes Unglück betrachtet habe, ausdrücklich gegen einen „diktatorischen Akt“ gewesen. Vielmehr habe er ein geistliches Wachstum beabsichtigt mit der Wiedereinführung der Alten Messe, das Ruder herumwerfen wollte er damit nicht. Beide Formen des Ritus – Mosebach hat auf deren Verschiedenheit hingewiesen – seien nun vollkommen gleichberechtigt und es gebe jetzt eine große Freiheit, von der aber nicht viel Gebrauch gemacht werde.

    Protestantischer Gottesdienst als Reflexionsform

    Der evangelische Pfarrer und Lyriker Christian Lehnert aus Leipzig fühlte sich dem Alten Ritus schon immer nahe. „In Sachsen haben wir die Lutherische deutsche Messe, und die steht dem Alten Ritus näher als dem neuen. Ich bin also da zu Hause“, meinte Lehnert und bezeichnete es als einen Fehler der protestantischen Kirche, den Gottesdienst immer verständlich machen zu wollen. Ja, der protestantische Gottesdienst sei geradezu eine Reflexionsform. Er schätze am katholischen Ritus, dass mehr auf Formen vertraut werde, die für sich stehen. Dennoch, meinte Lehnert, seien Formwandlungen nicht ausgeschlossen – das Gewachsensein der Liturgie bedeute auch Veränderung.

    Warum Martin Mosebach damit gar nicht einverstanden war und was der bekannte Literat weiterhin zu Veränderungen in der Kirche meinte, erfahren Sie in dem Bericht von Alexander Riebel. Lesen Sie diesen in der „Tagespost“ vom 31. Oktober 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

    DT

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