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    Bonn

    Wahrheit und Lüge im Journalismus

    Sebastian Sasse war für die "Tagespost" beim medienethischen Kolloquium des Instituts für Gesellschaftswissenschaften Walberberg in Bonn. Dort wurden die Folgen des Falls Claas Relotius‘ zu analysiert.

    Das Verhältnis von Wahrheit und Lüge war Thema einer Medien-Tagung. Foto: dpa

    Fragen stellen – das ist eine Hauptbetätigung von Journalisten. Sich selbst in Frage zu stellen – eher nicht. „Was ist Wahrheit“ – journalistische Profis kommen an der Pilatus-Frage nicht vorbei. Und sie tun gut daran, sie nicht vorschnell zu beantworten oder einfach abzutun, schließlich sei es doch von ihrem Berufsethos her ganz selbstverständlich für sie, allein der Wahrheit verpflichtet zu sein. Journalisten verstehen sich oft als kritische Beobachter der Gesellschaft. Was sie aber auch sein müssen: Kritische Beobachter ihrer eigenen Arbeit.

    Pilatus-Frage als ständiger Wegbegleiter

    Die Pilatus-Frage kann als ständiger Wegbegleiter dabei helfen, sich immer wieder darüber zu vergewissern, welcher Wahrheit man denn tatsächlich verpflichtet ist. Das war auch die wichtigste Erkenntnis des diesjährigen medienethischen Kolloquiums, das das Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg alljährlich am 1. Mai in Bonn veranstaltet: Journalisten müssen lernen, ihr eigenes Tun besser zu reflektieren.

    Claas Relotius: Symptom für die Krise

    Anlass über das Verhältnis von Wahrheit und Lüge im Journalismus nachzudenken, war jener Fall, der am Anfang des Jahres das Vertrauen in die Solidität des deutschen Qualitätsjournalismus deutlich erschüttert hat: Claas Relotius, mit zahlreichen Preisen ausgezeichneter „Spiegel“-Reporter, wurde als Fälscher entlarvt. Die Tagung nahm den Fall als Symptom für die Krise, an der der deutsche Journalismus zu kränkeln scheint. Die drei Referenten stellten unterschiedliche Diagnosen aus. In der anschließenden Diskussion wurde dann gemeinsam mit den Zuhörern überlegt, was auf dem Rezeptzettel stehen müsste.

    Welche Diagnosen Sophie Dannenberg, Kolumnistin im „Cicero“ und Autorin des kritischen 68er Romans „Das bleiche Herz der Revolution“, Alexander Kissler und Josef Kraus in Bonn stellten, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 9. Mai 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

    DT (jobo)

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