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    Verwirrung statt Verständigung: Missbrauchte Sprache

    Wahre Kommunikation und Information setzen ehrlichen Wortgebrauch voraus. Doch Wörter lassen sich auch unzulässig instrumentalisieren - in der Politik, in der Kirche und in den Medien geschieht dies manchmal. Das kann gefährliche Folgen haben.

    "Fake News" ist nur eins von vielen neuen Worten, mit denen der Duden die Sprache der Gesellschaft widerspiegelt. Foto: dpa

    Wozu dient eigentlich Sprache? Zur Verständigung? Zur Verwirrung? Zur Manipulation? Zur Erkenntnis? Als Instrument der Macht? Ist sie auch ein Mittel des Missbrauchs? Kommt drauf an - möchte man sagen.

    Differenzierung setzt die Fähigkeit der Unterscheidung voraus

    So gesehen können Missbrauchsskandale täglich beobachtet werden. Gerne katapultieren sich diejenigen, die diesen Skandal betreiben, in die Sphäre der Unfehlbarkeit. Der machtvolle Sprachmissbrauch liebt die Attitüde des entliehenen „Ex-Cathedra“. Wenn zum Beispiel der Präsident eines Zentralkomitees, das keineswegs alle Katholiken vertritt und dessen parteipolitischer Vorsitzender über keinerlei Lehramtskompetenz verfügt, seine private Meinung über eine andere Partei pauschal herabwürdigend äußert, dann wird hier – auch und gerade durch die Berichterstattung - gezielt dessen Funktionsautorität eingesetzt. Fairness durch sorgfältige und differenzierte Sprachnutzung bleiben dann schon mal auf der Strecke. Differenzierung setzt nämlich die Fähigkeit der Unterscheidung voraus - und den Willen, diese Fähigkeit auch fair einzusetzen.

    Dumpfe Pauschalurteile sind brandgefährlich

    Übersehen wird von manchen Verantwortungsträgern in Politik, Kirche und Medien bisweilen, wie gefährlich und letztlich brandstiftend dumpfe Pauschalurteile sein können. Wer zum Beispiel alles, was nicht links ist, als rechtsradikal bezeichnet oder gar in die Nähe der Nazis rücken möchte, betreibt letztlich das böse Geschäft genau dieser Menschen- und Freiheitsfeinde. Denn durch den ständigen und ständig wiederholten undifferenzierten Vorwurf, rechtsradikal und braun zu sein, erfährt diese Beschimpfung eine „Normalität“, die es niemals geben darf. Denn es darf nie wieder „normal“ sein, so zu denken und so zu sein. Auch Kirchenleute beteiligen sich an üblen linken Kampagnen, wenn sie etwa kritisch Mitdenkende pauschal als „Rechtskatholiken“ diffamieren. Der so rasch gemachte Vorwurf gegen alles und alle, die nicht dem linken Mainstreamdiktat gehorchen, ist also brandgefährlich verantwortungslos und ein fataler Missbrauch von machtvoll eingesetzter Sprache.

    Missbrauchte Sprache – begeben Sie sich auf eine aktuelle Spurensuche und begleiten Sie dabei Martin Lohmann. Lesen Sie dazu mehr in der „Tagespost“ vom 13. September 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

    DT

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