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    Mord und Tötung

    Führt die „Zeit“ in der Lebensschutzberichterstattung absichtlich in die Irre? Sie stellt sich jedenfalls hartnäckig gegen die Unterscheidung von Mord und Tötung bei Abtreibung.

    Abtreibungsgegner demonstrieren in Dallas, USA. Aber auch in Deutschland gibt es eine aktive Lebensschutzbewegung, die i... Foto: Larry W. Smith (EPA)

    „Die Zeit“ stellt sich hartnäckig gegen die Unterscheidung von Mord und Tötung bei Abtreibung. Dagegen wehrt sich Paul Cullen, Arzt und Vorsitzender des Vereins „Ärzte für das Leben“, in einem Beitrag auf kath.net. Cullen bezieht sich auf die Berichterstattung der „Zeit“ über eine Tagung der Akademie Bioethik in Köln. In ihrer Ausgabe vom 5. Juli schreibt Milena Hassenkamp vom Politik-Ressort der „Zeit“, die Lebensschützer „verstehen Abtreibung als Mord. Und nicht nur das. Einfrieren von Embryonen, die eventuell später vernichtet werden, ist Mord. Die Pille danach ist Mord.“

    Keine Richtigstellung des Falschen

    Cullen forderte daraufhin die „Zeit“ zu einer Richtigstellung auf, denn kein Teilnehmer hatte auf der Veranstaltung auch nur einmal von Mord gesprochen. Obwohl die „Zeit“ dies einräumte – es richtigzustellen weigerte sie sich.

    Der „Zeit“-Artikel erweckt den Eindruck, als ob Lebensschützer Abtreibung oder andere Formen vorgeburtlicher Tötung automatisch als „Mord“ betrachten. Für Cullen eine „Falschdarstellung“ und „Täuschung“. Die Lebensrechtsbewegung legt Wert darauf, bei der absichtlichen Vernichtung von Menschen vor ihrer Geburt von Tötung zu sprechen, denn Mord ist ein juristischer Begriff, der Elemente wie Heimtücke oder Grausamkeit enthält. Trotz dieser Hinweise von Cullen wollte die „Zeit“ nicht erkennen, dass es einen Unterschied mache, ob von „gezielter Tötung“ oder von „Mord“ die Rede ist. Daher stellt Cullen richtig: nicht die Lebensschützer, sondern die „Zeit“ bezeichnet Frauen, die abtreiben, als Mörderinnen.

    Klischees über die Lebensrechtsbewegung

    Cullen vermutet, die Absicht des Artikels sei gewesen, die Stammleserschaft der „Zeit“ in „liebgewordenen Klischees über die Lebensrechtsbewegung“ zu bestätigen. Wieder einmal mache dieser Vorfall deutlich, wie die Leitmedien in Fragen des Lebensschutzes in die Irre führen.

    Lebensschützern wird häufig eine Nähe zum Rechtsextremismus unterstellt. Manche Assoziationen des „Zeit“-Artikels sind geeignet, diesen Eindruck zu erwecken. Oder warum sieht man ziemlich im Zentrum des einleitenden, halbseitigen Fotos eine junge Frau, die eine Abtreibungsgegnerin sein soll, mit schwarzen Stiefeletten, die an Springerstiefel erinnern und die eine braune Lederjacke um den Bauch trägt? Warum spricht die Autorin wiederholt davon, Cullen fechte beim Lebensschutz seinen „Kampf“ aus? Und warum wird im Artikel eine Werbung plaziert, bei der auf braunrotem Hintergrund ein Kopf gezeichnet ist, dessen Frisur an die von Hitler erinnert?

    Ist dies alles Zufall oder möchte die „Zeit“ subtil Feindbilder errichten und streuen?

    Kath.net / Die Zeit / DT

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