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    Regensburg

    Fürstliche Notstandsküche in Regensburg feiert 100. Geburtstag

    „Ein echter Lebensretter“ sei die Notstandsküche, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Zu den Jubiläums-Feierlichkeiten lobt der CSU-Politiker die Begeisterung, mit der sich Fürstin Gloria engagiert.

    Das päpstliche Ideal einer Kirche, die an die Ränder geht, wird hier täglich verwirklicht: Mittags können 200 bis 300 Be... Foto: Rainer Fleischmann (Rainer Fleischmann)

    Zwei Milchkaffee kosten am Regensburger Hauptbahnhof 2, 80 Euro. Für dieselbe Summe zaubert Helmut Seitz vierhundert Meter Luftlinie weiter ein leckeres Drei-Gänge-Menü aus Suppe, warmem Hauptgericht und Nachspeise – zubereitet aus regionalen Produkten. Der Chefkoch der Fürstlichen Notstandsküche leitet keinen Gastronomiebetrieb, sondern einen familiären Ort der Begegnung. Gespeist wird nicht in der Kantine, sondern in stilvollem Ambiente: dem barocken Mönchsrefektorium des ehemaligen Klosters St. Emmeram im Herzen der Donaustadt.

    Seit 1919 bietet das Fürstliche Haus Thurn und Taxis warme Mahlzeiten

    Seit 1919 greift das Fürstliche Haus Thurn und Taxis der Bevölkerung mit kostenfreien warmen Mahlzeiten unter die Arme. Das päpstliche Ideal einer Kirche, die an die Ränder geht, wird hier täglich verwirklicht: Mittags können 200 bis 300 Bedürftige, die einen Berechtigungsschein der Caritas haben, in der Notstandsküche essen und sich von den Widrigkeiten des Lebens erholen. Altersarmut, Arbeitslosigkeit und die Launen des Schicksals bringen jeden Tag Menschen aus unterschiedlichen Nationen und Religionen zusammen. Auch zwei Regensburger Kindergärten und ein Kinderheim werden mitverpflegt. Das alles geschieht ohne viel Aufhebens mit nobler Selbstverständlichkeit.

    Dem Haus Thurn und Taxis liegt das katholisch-oberpfälzische Lebensgefühl im Blut. Fürst Albert II. unterstreicht beim Festakt zum 100. Geburtstag der Notstandsküche, seine Familie wolle die christliche Lehre der Nächstenliebe durch praktische Tätigkeit weitergeben. Es zähle auch die Gemeinschaft und die Gemütlichkeit, nicht nur die warme Mahlzeit.

    Lobende Worte von Bayerns Ministerpräsident Söder

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder krönt seine „royale Woche“ nach der Begegnung mit Prinz Charles am Vortag nun mit seinem Besuch bei Fürstin Gloria und richtet Grüße des Hauses Windsor aus. „Ein echter Lebensretter“ sei die Notstandsküche, so Söder und lobt die Begeisterung, mit der sich Fürstin Gloria engagiert. Der lutherisch-evangelische Landesvater fühlt sich im katholischen Haus Thurn und Taxis sichtlich wohl.

    Wie sich der Apostolische Protonotar, Prälat Wilhelm Imkamp, in seiner Predigt in der Basilika in St. Emmeram äußerte, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 16. Mai 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

    DT

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