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    Erlangen

    Die Catholica am Pranger

    Die Katholische Kirche erlebte in der vergangenen Woche eine Stunde ihrer Geschichte: einen "Streik" gegen den "kirchlichen Apparat". Ziel des Streiks: Weibliches Priestertum einzuführen und den Zölibat abzuschaffen.

    "Maria 2.0": Kirchenstreik gegen den "kirchlichen Apparat". Foto: Patrick Seeger (dpa)

    "Maria 2.0" entbrannte am 11. Mai 2019 in Münster und flackerte an verschiedenen Orten auf, war allerdings (noch) kein Flächenbrand und wird wohl auch keiner werden, da die erhobenen Forderungen zu vielfältig, zu "deutsch" und allzu kirchenpolitisch begründet sind.

    Selbstverständlichkeiten und zwei Forderungen

    Von Selbstverständlichem abgesehen – Aufarbeitung der Missbräuche – zielte der "Streik" auf einen Doppel-Punkt: das weibliche Priestertum einzuführen und den verpflichtenden Zölibat für Priester (und die erhofften Priesterinnen) abzuschaffen. Schubkraft, gerade aus dem nicht-katholischen Raum, erhielt das Doppel-Ziel durch die selbstverständliche Gleichberechtigung von Mann und Frau und weiter durch die Vorstellung von Sexualität als Ausdruck von Lebenslust und individueller Freiheit (und das in "Vielfalt"). So weit der Befund.

    Jenseits der Stereotype: Die Kirche am Pranger

    Und so weit hinkt die Kirche angeblich, auch in den Augen vieler Gläubigen, mit eingerosteten Knien der Zeit hinterher, und man darf ihr getrost Beine machen. Man täusche sich nicht: Argumente dagegen sind schwer. Das sieht man vor allem am halben Ja und halben Nein in den Interviews von Amtsträgern, die dem weiblichen Aufstand ziemlich ratlos gegenüberstehen. Das sei keineswegs hämisch vermerkt, da die Medien tatsächlich keinen Raum für tiefere Auslotung vor den Kameras geben, sondern zum Nachgeben und Zugestehen fast schon zwingen.  Alle Stereotypen springen auf, die ohnehin nicht stimmen, aber ungebremst Fahrt aufnehmen: Macht(missbrauch), Unterdrückung der Frau, der Sexualität, Knechtung der Gewissen… Die alte Catholica steht am Pranger.

    Was dagegen gesagt werden kann und welche überragende Bedeutung das Vorbild Jesu dabei hat, erklärt Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 23. Mai 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

    DT (jobo)

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