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    Der Traum von einer weißen Weihnacht

    Mitten im Zweiten Weltkrieg und während der Schoah komponierte der Jude Irving Berlin "White Christmas", den wohl größten aller Weihnachtshits. Zumindest gehört er zu den meist verkauften Schlagern rund ums Fest.

    Mit Langlaufskiern im Nationalpark Bayerischer Wald unterwegs. Foto: Armin Weigel/dpa. Foto: Armin Weigel (dpa)

    Ich träume von einer weißen Weihnacht – bei jeder Weihnachtskarte, die ich schreibe: Mögen eure Tage fröhlich und hell sein, und alle künftigen Weichnachtsfeste weiß!“ So schrieb es mitten im Zweiten Weltkrieg und während in Europa der Holocaust auf vollen Touren im Gange war, im Jahre 1941 der jüdische Komponist Irving Berlin. Sein Lied wurde zum bekanntesten und meist verkauften Schlager des christlichen Weihnachtsfestes und es schallt bis heute nach, jedes Jahr wenn das Fest wiederkommt.

    Mehr Umsatz als die Beatles, Elvis Presley und Sinatra

    Laut Jody Rosen in seiner „White Christmas: The Story of a Song“ wurde es neben Englisch auch auf Niederländisch, Jiddisch, Japanisch und – vielleicht am unwirklichsten – auf Suaheli aufgenommen. Sein Umsatz hat weltweit 125 Millionen Exemplare erreicht und sein Platz als Allzeit-Top-Single hat die Beatles, Elvis Presley und Sinatra hinter sich gelassen, er wurde nur einmal übertroffen von Elton Johns „Candle in the Wind“, das dieser zum Tode von Prinzessin Diana komponiert hatte.

    Irving Berlin: Vor Pogromen in Russland geflohen

    Der 1888 in Sibirien als Sohn eines jüdischen Kantors geborene Israel Isidore Beilin flüchtete im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie vor Pogromen in Russland in die USA und wuchs in den Mietshäusern der Tin Pan Alley in Lower East Side von Manhattan auf, wo die Umgangssprache Jiddisch war und die meisten Songwriter Amerikas lebten. Er brach nach dem Tod des Vaters die Schule ab und schlug sich mit Gelegenheitsjobs und als Straßenmusiker durch.

    Wie der Mann, der weder Noten lesen noch richtig Klavier spielen konnte, zu einem weltbekannten Schlagerkomponisten wurde, erfahren Sie in dem Beitrag von Bodo Bost in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 20. Dezember 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

    DT (jobo)