• aktualisiert:

    Der Geisterkenner

    Mit der „Daemonologie“ gelang Egon von Petersdorff (1892–1963) ein großer Wurf, der aktuell bleibt. Von Stefan Meetschen

    Nicht nur am Triangelportal des Erfurter Mariendoms: Der Erzengel Michael bekämpft den Teufel. Foto: dpa

    Es wird wieder viel diskutiert in der Kirche über Lehren und Irrlehren, Wahrheit und Lüge, Erkenntnis und Täuschung. Jemand, der auf diesem Gebiet Durchblick besaß und nachhaltig Ordnung geschaffen hat, war Egon von Petersdorff, dessen zweibändiges Werk „Daemonologie“, das bereits Anfang der 1950er Jahre erschien und später in einer Neuauflage vom Christiana-Verlag veröffentlicht wurde, noch immer zu den katholischen Standardwerken zur Geisterunterscheidung zählt.

    Theologischen Verirrungen mit logischem Denken und geistlichem Kampf entgegentreten

    Angelehnt an die Kirchenväter wusste und verdeutlichte Petersdorff beim Verfassen dieses unter anderem von P. Adolf Rodewyk SJ und Ferdinand Holböck gelobten Werkes, dass man bestimmten theologischen Verirrungen mit logischem Denken, theologischem Wissen und auch mit Gebet, mit den Werkzeugen des geistlichen Kampfes entgegentreten muss. Denn: die „Urheber aller Irrlehren, der Haeresien, Sekten und Schismen“, so schreibt Petersdorff selbst, seien die „Daemonen“, und ihr „Hauptziel“ stets, „Christus in Seiner Würde zu verkleinern“.

    Dieses Wissen hatte Petersdorff, der am 8. Januar 1892 in Posen (im heutigen Polen) zur Welt kam, nicht nur theoretisch im Theologiestudium erworben, sondern in einem dramatisch anmutenden biographischen Suchlauf nach der Wahrheit, den Gerhard Fittkau in einem Kurzporträt des Autors im Zweiten Band aufzeigt. Demnach wurde Petersdorff als Gardeoffizier im Ersten Weltkrieg „durch Granatsplitter so schwer verwundet, dass er sein Leben lang hundertprozentiger Kriegsinvalide blieb“.

    Von Petersdorff promovierte in Heidelberg über Spinoza

    Er studierte und promovierte in Heidelberg über Spinoza, liebäugelte mit dem sozialistischen Gemeinschaftsglück als Arbeiter in Ludwigshafen und versuchte sich auch recht erfolglos als Politiker der von Fritz von Unruh ins Leben gerufenen „Republikanischen Volkspartei“. Damit nicht genug. „Über ein Gewirr von Irr- und Umwegen machte er sich auf einen ,nachtwandlerischen Todesgang‘ an den Abgründen des Spiritismus, Okkultismus, der Astrologie, Alchimie, Anthroposophie, Yoga und Buddhismus entlang ...“.

    In der Serie „Poeten, Priester und Propheten“ geht es diesmal um Egon von Petersdorff  – Lesen Sie den ganzen Text in der Ausgabe der „Tagespost“ vom 31. Oktober 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

    DT

    Weitere Artikel