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    Würzburg

    Bildung, Glaube, Schönheit

    Matthias Matussek erklärt in der "Tagespost", warum nur noch diese Trias helfen kann.

    Matthias Matussek setzt auf Bildung, Glauben und Schönheit. Foto: SWR/Baltzer (SWR/Baltzer)

    Unter dem Stichwort „Salon“ liefert Google heute in erster Linie Frisöre, dabei war er – der Salon – Treffpunkt der Intelligenz und Schöngeister besonders in den Jahrhunderten nach der französischen Revolution, die Romantiker mit den Schellings führten einen, Rahel Vanhagen ebenso, Zusammenkünfte für jene Gruppe von Menschen, für die es das deutsche und in andere Sprachen unübersetzbare Wort „Bildungsbürger“ oder gar „Bildungsadel“ gibt. Während in Frankreich der Cityoen oder der Bourgois sich gegen den Adel durch wirtschaftlichen Erfolg emanzipierte, war es unter den Deutschen der Gebildete, der akademische Positionen einnahm und damit Augenhöhe zum Adel erreichte, den Aufstieg zur Elite wie Goethe am Weimarer Fürstenhof.

    Die Einrichtung von Salons verkommt

    Leider ist die Einrichtung von Salons in unserer egalitätssüchtigen Gesellschaft verkommen, nur noch vereinzelt durfte ich sie im ehemaligen Westberlin erleben bei Nikolaus Sombart oder nach dem Mauerfall bei Irene Dische, der Autorin und wunderbaren Gastgeberin, wo musiziert wurde durch ihren Freund Wladimir Ugorskij, wo sich meist linksliberale Theaterleute und Schriftsteller trafen, wobei etwa Peter Zadek zunehmend konservative Züge aufwies, ebenso wie Hans Magnus Enzensberger oder Alexander Kluge. Sicher gibt es heute noch den einen oder anderen, einem interkonfessionellen wohnte ich mal bei, der allerdings eine freudlose Angelegenheit war zwischen Stuhlkreis und Käsestulle.

    Die Einladung zu einem Salon in Köln

    Wie überrascht war ich von der Einladung zu einem in Köln. Mosebach las dort, ich ebenfalls, (die ZEIT nutzte es zu einer albernen und gehässigen Vernichtung), diesmal beehrten gleich zwei Künstler das schlichte Einfamilienhaus in Köln-Marienburg. Hubertus Erfurt, ein Restaurateur und Gutachter, richtet in diesem Back- steinhaus von 1930 (keine „Villa“, ZEIT) seinen Salon aus. Nun also traten dort zwei Künstler auf, Michael Klonovsky, Autor des Buches „Lebenswerte“, um die es an diesem Abend gehen soll, und seine Frau, die Klaviervirtuosin Elena Gurevich, die mit Mussorgksi, Mozart und Chopin und anderen begleitete. Ich erkannte das Haus wieder an dem grünen Mercedes 600, Baujahr 1969, der vor dem Gatter parkte, ein halbes Jahrhundert also, aber in einem beneidenswerten, ja makellosen Zustand. Hubertus Erfurt liebt die schönen Dinge und er pflegt sie.

    Worum es an diesem ging, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 06. Juni 2019. Matthias Matussek erzählt dort über seine Liebe zu literarischen Salons. Lesen Sie den ganzen Text in der „Tagespost“. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe der Zeitung hier.

    DT/mee (jobo)

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