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    Zeiten und Menschen (55)

    Heute ist der 3. Februar 2018.

    Das Gerät heißt schlicht Apple Watch, aber eine normale Uhr ist es nicht. Apple-Chef Tim Cook am Dienstagabend bei der P... Foto: dpa

    Heute vor 550 Jahren verstarb Johannes Gutenberg, der Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Lettern und der Druckerpresse, deren Verwendung die herkömmliche Methode der Buchproduktion (das Abschreiben von Hand) in Sachen Produktionsgeschwindigkeit in den Schatten stellte und damit eine Medienrevolution auslöste. Gutenbergs Buchdruck verbreitete sich schnell in Europa und später in der ganzen Welt und wird als ein Schlüsselelement der Renaissance betrachtet. Insbesondere sein Hauptwerk, die Gutenberg-Bibel, die zwischen 1452 und 1454 entstand, wird allgemein für ihre hohe ästhetische und technische Qualität gerühmt. Die neue Technik Gutenbergs sorgte auch für die rasche Verbreitung der Schriften Luthers ab 1517 und hatte damit entscheidenden Einfluss auf den Erfolg der Reformation. Aufgrund seiner religionspolitischen und allgemeinen kulturgeschichtlichen Bedeutung wurde Gutenbergs Buchdruck 1997 vom US-Magazin „Time-Life“ zur wichtigsten Erfindung des zweiten Jahrtausends gewählt. 1999 kürte das amerikanische A&E Network den Mainzer Johannes Gutenberg zum „Mann des Jahrtausends“.

    Vor 200 Jahren wurde Hermann Heinrich Grafe geboren, Gründer der Freien evangelischen Gemeinden und Kirchenliederdichter. Grafe erlebte 1834 eine innere Bekehrung zum christlichen Glauben. Ursache dafür war nach seiner eigenen Aussage ein intensives Bibelstudium. 1854 gründete Grafe zusammen mit fünf weiteren Männern die Freie evangelische Gemeinde Elberfeld, die zur Keimzelle des heutigen Bundes Freier evangelischer Gemeinden wurde. Zu seiner Glaubensüberzeugung sagte Grafe: „In der Heilslehre bin ich reformiert, in der Gemeindeverfassung independent und im Leben ein Pietist“.  

    Vor 150 Jahren verstarb Karl Friedrich Wilhelm Mathy, ein badischer Journalist und Politiker. Nachdem er in jungen Jahren aus politischen Gründen in die Schweiz emigrieren musste und auch nach seiner Rückkehr nach Baden 1840 noch zur linken Opposition zählte, wurde er kurz vor Ausbruch der Märzrevolution zu einem der führenden Vertreter des gemäßigten süddeutschen Liberalismus. Er war unter anderem Herausgeber der Deutschen Zeitung, Mitorganisator der Heppenheimer Tagung, Mitglied des Fünfzigerausschusses und führender Vertreter der Casino-Fraktion in der Frankfurter Nationalversammlung. Nach der Niederschlagung der Revolution begann er eine Karriere als Bankier, wechselte später wieder in den badischen Staatsdienst und wurde schließlich 1866 als Präsident des Staatsministeriums Regierungschef in Baden.

    Vor 100 Jahren wurde der evangelische Theologe Gerhard Bassarak geboren. Er war seit 1934 Mitglied der Bekennenden Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem er Soldat war, machte er in der DDR Karriere. Seit 1958 war er inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit („IM Buss“) und bemühte sich unter dem Deckmantel der Ökumene um eine theologische Rechtfertigung der kommunistisch-totalitären Regimes in Europa und Lateinamerika.

    Ebenfalls vor 100 Jahren geboren wurde Helen Stephens, die 100 Meter-Olympiasiegerin der Spiele von Berlin 1936. Stephens gewann fünf Tage später auch Gold mit der 4×100-Meter-Staffel, nachdem die favorisierten Deutschen den Stab verloren hatten. Nur ein Jahr später hörte Stephens mit der Leichtathletik auf und spielte einige Jahre professionell Baseball und Softball. Ebenfalls 1936 wurde sie mit der Sportler des Jahres-Auszeichnung von Associated Press geehrt. Von 1938 bis 1952 war sie Besitzerin und Managerin eines halbprofessionellen Basketball-Teams.

    Einen guten Tag wünscht

    Josef Bordat