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    Beim Namen genannt

    Das Faszinosum des Emeritus ist ungebrochen. Jetzt war es das italienische Leitmedium „Corriere della Sera“, das für seine bunt bebilderte Wochenendbeilage „7“ Benedikt XVI. in den vatikanischen Gärten aufgesucht hat.

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    Das Faszinosum des Emeritus ist ungebrochen. Jetzt war es das italienische Leitmedium „Corriere della Sera“, das für seine bunt bebilderte Wochenendbeilage „7“ Benedikt XVI. in den vatikanischen Gärten aufgesucht hat. Die Aufgabe übernommen hatten Star-Journalist Massimo Franco und der bekannte Karikaturist Emilio Giannelli und herausgekommen ist eine Titelgeschichte mit vielen farbigen Fotos, die den emeritierten Papst samt Privatsekretär auf einer gepolsterten Parkbank unweit der Lourdes-Grotte zeigt. Unermüdlich soll Benedikt Besuchern sagen, dass „Papst nur einer ist, es ist Franziskus“. So schreibt Franco, ohne durchblicken zu lassen, ob das der Emeritus auch ihm so gesagt hat. Diese Nachricht machte dann jedenfalls in den Medien die Runde. Obwohl es ja eigentlich selbstverständlich ist. Es kann nur einen geben... Aber der Andere ist immer noch so wichtig, dass auch große Federn den „Berg des Schweigens“ erklimmen.

    Kardinal Reinhard Marx (65) hat als Schüler an Opernaufführungen mitgewirkt. Mit dem Schulchor sei er etwa bei Guiseppe Verdis Nabucco oder Ludwig van Beethovens Fidelio zum Einsatz gekommen, sagte der Münchner Erzbischof in der NDR-Talkshow „Reinhold Beckmann trifft...“. Als „Traumrolle“ bezeichnet er einen Auftritt des Osmin aus „Die Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart – „diese schreckliche Arie, wo er dann verspricht, sie alle zu köpfen und zu hängen“. Der Kardinal fügte beteuernd hinzu: „Ich will's ja nicht tun“ – sondern lediglich Mozarts Musik singen.

    Gregor Gysi (71), Linken-Politiker und bekennender Atheist, hält nach eigenen Worten große Stücke auf die Bergpredigt. Die in der Bibel überlieferte Ansprache Jesu sei das wichtigste Element einer allgemeinverbindlichen Moral, sagte Gysi ebenfalls bei „Beckmann trifft...“. An der Weltkirche schätze er, „dass sie weder nationalistisch noch rassistisch“ sein könne.

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