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    Zur Wahlempfehlung der deutschen Bischöfe: Über die Wahl kann man selbst entscheiden

    Die Frage, wen ich als Katholik wählen „darf“ („Dürfen Katholiken die AfD wählen?“, DT vom 17.6.17), entscheide ich zum Glück noch immer selber. Dabei benötige ich keine „Orientierungshilfe“ irgendeines – im Artikel namentlich nicht genannten – „wissenschaftlichen Teams“, sondern dazu genügt allein c. 227 CIC: „Die Laien haben das Recht, dass ihnen in den Angelegenheiten des irdischen Gemeinwesens jene Freiheit zuerkannt wird, die allen Bürgern zukommt; beim Gebrauch dieser Freiheit haben sie jedoch dafür zu sorgen, dass ihre Tätigkeiten vom Geist des Evangeliums erfüllt sind, und sich nach der vom Lehramt der Kirche vorgelegten Lehre zu richten (…)“

    Die Frage, wen ich als Katholik wählen „darf“ („Dürfen Katholiken die AfD wählen?“, DT vom 17.6.17), entscheide ich zum Glück noch immer selber. Dabei benötige ich keine „Orientierungshilfe“ irgendeines – im Artikel namentlich nicht genannten – „wissenschaftlichen Teams“, sondern dazu genügt allein c. 227 CIC: „Die Laien haben das Recht, dass ihnen in den Angelegenheiten des irdischen Gemeinwesens jene Freiheit zuerkannt wird, die allen Bürgern zukommt; beim Gebrauch dieser Freiheit haben sie jedoch dafür zu sorgen, dass ihre Tätigkeiten vom Geist des Evangeliums erfüllt sind, und sich nach der vom Lehramt der Kirche vorgelegten Lehre zu richten (…)“

    Es ist schon grotesk, was einem in dieser Broschüre, deren Stilblüten der oben genannte Artikel dankenswerterweise knapp zusammenfasst, alles so dargelegt wird. Gut zu wissen, dass man nach Auskunft dieser Experten „ausgesprochen rückwärtsgewandt“ ist, wenn man sich beispielsweise für die traditionelle Familie von Mutter, Vater und Kindern einsetzt. Es ist zu vermuten, dass für die Erstellung des Pamphlets auch eine Menge Kirchensteuern zum Fenster hinausgeworfen wurden. Ich frage mich bei solchen Meldungen immer: Wo sind eigentlich die kirchlichen Broschüren, die uns mündige Katholiken davor warnen, Parteien zu wählen, die beispielsweise für die Abtreibung bis zur Geburt eintreten, für die Homo-„Ehe“ und -adoption, für die Sterbehilfe, für den Genderwahn, für die Frühsexualisierung von Kindern in Schulen, für die Verschleuderung des Volksvermögens und die Destruktion der Altersvorsorge durch eine katastrophale „Euro-Rettungspolitik“, für die exorbitante Belastung vor allem der arbeitenden Mittelschicht durch eine ökonomisch, ökologisch wie technisch nicht nur fehlgeleitete, sondern komplett sinnlose „Energiewende“ oder für die Aushebelung demokratischer Grundrechte wie durch das – vermutlich verfassungswidrige – „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“?

    Ein großes Lob aber an die „Tagespost“, dass sie in derselben Ausgabe mit einem ganzseitigen Interview („Wir wollen kein europäisches Saudi-Arabien“) dem Journalisten und AfD-Politiker Nicolaus Fest die Möglichkeit gibt, einige der bewusst tendenziösen Aussagen der oben genannten „Orientierungshilfe“ wieder gerade zu rücken.

    Dr. theol. Dominik Burghardt

    57462 Olpe