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    Zur Situation der Christen im Heiligen Land: Aufbrechen und Augenzeuge werden

    Leserbrief zu Gabi Fröhlich „Zu wem kommt der Heilige Vater?“ und Pater Artemio Vitores OFM „Tausende sind ausgewandert“ (erschienen in „Die Tagespost“ vom 23. Dezember): Die Print- und TV-Medien hatten in den letzten Tagen um Weihnachten naturgemäß das Heilige Land im Blick. Die meisten Nachrichten und Sonderbeiträge versuchten den Zuschauern und Lesern in Deutschland den Eindruck zu vermitteln, dass in Palästina und besonders in Bethlehem die Normalität wieder Einzug gehalten habe. „Mehr Touristen und Pilger als im Jahr 2000“ oder „Starker Rückgang der Arbeitslosigkeit“, und so weiter. Verschwiegen wurde, dass sich das ganze Weihnachtsszenarium auf den Heiligen Abend beschränkt und bereits am nächsten Tag die dramatische Notsituation der Bevölkerung Bethlehems wieder eingekehrt ist. Denn Bethlehem befindet sich weiter hinter der acht Meter hohen Betonmauer im „Openair-Gefängnis“ mit allen damit verbundenen Schikanen und Druckmitteln der israelischen Besatzung.

    Leserbrief zu Gabi Fröhlich „Zu wem kommt der Heilige Vater?“ und Pater Artemio Vitores OFM „Tausende sind ausgewandert“ (erschienen in „Die Tagespost“ vom 23. Dezember): Die Print- und TV-Medien hatten in den letzten Tagen um Weihnachten naturgemäß das Heilige Land im Blick. Die meisten Nachrichten und Sonderbeiträge versuchten den Zuschauern und Lesern in Deutschland den Eindruck zu vermitteln, dass in Palästina und besonders in Bethlehem die Normalität wieder Einzug gehalten habe. „Mehr Touristen und Pilger als im Jahr 2000“ oder „Starker Rückgang der Arbeitslosigkeit“, und so weiter. Verschwiegen wurde, dass sich das ganze Weihnachtsszenarium auf den Heiligen Abend beschränkt und bereits am nächsten Tag die dramatische Notsituation der Bevölkerung Bethlehems wieder eingekehrt ist. Denn Bethlehem befindet sich weiter hinter der acht Meter hohen Betonmauer im „Openair-Gefängnis“ mit allen damit verbundenen Schikanen und Druckmitteln der israelischen Besatzung.

    Gabi Fröhlich und Franziskanerpater Artemio Vitores, Vikar der Kustodie für das Heilige Land, kann es daher nicht hoch genug angerechnet werden, sachlich, kritisch und mit Fakten gegen diese oberflächliche Berichterstattung eine hervorragende Beschreibung der Situation gegeben zu haben. Sie haben mit beiden Artikeln den Blick auf die wirkliche Situation besonders auch der Christen in Bethlehem/Ostjerusalem gelenkt. Wer regelmäßig vor Ort ist, wird sehen, in welcher Lage sich die Kirchen und Christen im Heiligen Land befinden.

    Ich kann Frau Fröhlich und P. Artemio nur zustimmen und Leser dazu ermuntern, sich selbst auf die Spuren Jesu im Heiligen Land zu machen gemäß Joh 1,39 „Komm und sieh!“ – und gleichzeitig Augenzeuge für die Lebenssituation unserer Mitchristen und der Menschen in Palästina und Bethlehem zu werden. Unsere Mitchristen sind dringend auf unsere solidarische Unterstützung angewiesen. Es liegt mit an uns Christen im Ausland, ob und wie wir unseren Schwestern und Brüdern am Ursprungsort unseres Glaubens überzeugende Zeichen gegen den Trend der Auswanderung schenken, am besten aber dadurch, dass wir sie besuchen. Das Beispiel von P. Artemio, der eine Pilgerreise mit einem „Krankenbesuch“ vergleicht, ist vielsprechend. Nicht nur die mögliche Pilgerreise von Papst Benedikt im kommenden Jahr ins Heilige Land kann unter den von Frau Fröhlich und P. Artemio genannten Kriterien „hilfreich“ für die einheimischen Christen werden, sondern auch die Besuche vieler Christen aus aller Welt und ihre unterstützende Begegnung mit ihnen.

    P. Rainer Fielenbach OCarm., Straubing