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    Zur Lage der Pfarreien, die unter Priestermangel leiden: Verheiratete Diakone heranziehen

    Mit Sorge und großem Unbehagen verfolge ich seit einigen Jahren in unseren Diözesen die Entwicklung zu Mammutpfarreien. Als Begründung dieser Umstrukturierung wird der Priestermangel angegeben. Inzwischen mussten viele Gemeinden ihre Selbstständigkeit aufgeben. Sie wurden in Großpfarreien integriert. Ich befürchte, dass durch diese Maßnahmen der Kontakt der Gemeindemitglieder zum kirchlichen Leben noch geringer wird als bisher schon geschehen ist.

    Mit Sorge und großem Unbehagen verfolge ich seit einigen Jahren in unseren Diözesen die Entwicklung zu Mammutpfarreien. Als Begründung dieser Umstrukturierung wird der Priestermangel angegeben. Inzwischen mussten viele Gemeinden ihre Selbstständigkeit aufgeben. Sie wurden in Großpfarreien integriert. Ich befürchte, dass durch diese Maßnahmen der Kontakt der Gemeindemitglieder zum kirchlichen Leben noch geringer wird als bisher schon geschehen ist.

    Die technischen Einrichtungen wie Telefon, Handy und Internet sind kein Ersatz für die persönliche Begegnung mit einem Seelsorger. Die Erfahrung lehrt, dass man bei privaten-persönlichen Anliegen nicht gern ans Telefon geht, sondern lieber sofort den direkten Kontakt mit einem bekannten Seelsorger sucht. Ist diese Möglichkeit nicht mehr gegeben, dann zieht sich der Suchende in die Anonymität zurück. Es gibt zwar viele gute Mitarbeiter und -arbeiterinnen in unseren Kirchengemeinden, aber sie ersetzen nicht den Priester oder den geweihten Diakon.

    So frage ich: Warum holt man nicht unsere verheirateten Diakone in die leerstehenden Pfarrämter und Pfarrhäuser? Sie sind die berufenen Kontaktpersonen zu den Christen, die kaum noch eine Beziehung zum kirchlichen Leben haben. Durch die Ordination sind sie insbesondere befähigt, die Menschen zu den Sakramenten zu führen und gleichzeitig caritativ zu wirken. Zur Erfüllung dieser Aufgaben müssen die Diakone allerdings ihren weltlichen Beruf aufgeben.

    Um die kleineren Kirchengemeinden zu erhalten, ist es auch überlegenswert, ob nicht doch jetzt die Zeit dafür reif ist, bewährte, verheiratete Männer (viri probati) zu Priestern zu weihen. Das Problem, ob in der Gemeinde eine sonntägliche Eucharistiefeier gehalten werden kann, wäre vom Tisch. Für einen Katholiken ist nun einmal die Feier der heiligen Messe das Herzstück christlichen Glaubens.

    Mit Hilfe der Sakramente der Kirche, die uns der Herr geschenkt hat, werden unsere Kirchen und Gemeinden „lebendig“ bleiben.

    P. Bernhard Hagedorn, 48165 Münster