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    Zur Kanzlerkandidatur von Martin Schulz : Wohl eher keine Experimente

    Wie schön, die SPD hat nach langem Gewürge nun innerhalb weniger Stunden und Tage ihre Führungsprobleme an der Parteispitze gelöst, indem sie „St. Martin“ aus Brüssel zu Hilfe rief. Schade dass die Mannen um Gabriel und Co. nicht schon früher auf die so naheliegende rettende Idee gekommen sind. Die Wähler sind scheinbar so begeistert, dass sie laut „ARD-Deutschlandtrend“ der SPD innerhalb weniger Stunden einen Zuwachs von drei Prozent bescherten – und der Aufwärtstrend setzt sich fort. Angeblich traten allein an einem Tag Tausende oder zumindest Hunderte neue Mitglieder der Partei bei, nachdem zuvor Hunderttausende und mehr sie fluchtartig verlassen haben. Wenn sich dieser Trend so fortsetzt, erübrigt sich das ganze Koalitionsgerede von selbst. Schulz braucht sich dann keinen Knoten mehr in die Zunge zu reden, um die Gretchenfrage nach den Linken zu umgehen. Dennoch wüssten die Wähler gerne, wen sie mit Schulz wählen.

    Wie schön, die SPD hat nach langem Gewürge nun innerhalb weniger Stunden und Tage ihre Führungsprobleme an der Parteispitze gelöst, indem sie „St. Martin“ aus Brüssel zu Hilfe rief. Schade dass die Mannen um Gabriel und Co. nicht schon früher auf die so naheliegende rettende Idee gekommen sind. Die Wähler sind scheinbar so begeistert, dass sie laut „ARD-Deutschlandtrend“ der SPD innerhalb weniger Stunden einen Zuwachs von drei Prozent bescherten – und der Aufwärtstrend setzt sich fort. Angeblich traten allein an einem Tag Tausende oder zumindest Hunderte neue Mitglieder der Partei bei, nachdem zuvor Hunderttausende und mehr sie fluchtartig verlassen haben. Wenn sich dieser Trend so fortsetzt, erübrigt sich das ganze Koalitionsgerede von selbst. Schulz braucht sich dann keinen Knoten mehr in die Zunge zu reden, um die Gretchenfrage nach den Linken zu umgehen. Dennoch wüssten die Wähler gerne, wen sie mit Schulz wählen.

    Eigentlich ist Martin Schulz bisher nicht durch überragende Kompetenz und politische Klugheit aufgefallen. Diese Mängel möchte er nun rasch beheben, indem er sich noch diese Woche für acht Monate auf große Deutschlandreise begibt. Dann dürfte es ihm aber schwerfallen, den Wählern klarzumachen, welche Fehler die Kanzlerin, an deren Seite man ihn in den letzten Jahren meistens im Fernsehen sah, gemacht hat. Sich in der Flüchtlingsfrage, die ihr die ersten größeren Dellen bescherte, von ihr abzusetzen, würde ihm niemand abnehmen. Wäre es nach ihm gegangen, hätte Deutschland für die arbeitslosen Jugendlichen in den Südstaaten der EU noch mehr gezahlt. Da bleibt also praktisch nur noch die soziale Gerechtigkeit. Da dürften SPD und Linke darüber streiten, ob künftig den Hartz-IV-Empfängern 1 000 oder 1 500 Euro vom Staat als sogenanntes bedingungsloses Einkommen nach Hause überwiesen werden sollen. Die paar Milliardäre können die Zeche schon zahlen. Auch ist der neue „Heilsbringer der SPD“ bisher überwiegend durch wolkige Reden ohne besonderen Inhalt aufgefallen. Ob zum Ausgleich dieser enormen Defizite acht Monate ausreichen, bezweifle ich. In einer Zeit größter Verunsicherung, wo selbst die Gefahren von jenseits des Atlantiks zu drohen scheinen, dürften sich die Deutschen eher für den alten Adenauer-Slogan „keine Experimente“ entscheiden und weiterhin Angela Merkel ihr Vertrauen schenken, die ein blühendes Land regiert, das in der ganzen Welt einzigartig dasteht und um das uns viele Menschen beneiden.

    Heinrich Harth, 63579 Freigericht