Zur Glosse von Andreas Wodok über die Ärzte: Deutsche Ärzte sind in der Schweiz willkommen

Dank an Herrn Wodok und die „Tagespost“ für den Ärzteartikel, der für die „Tagespost“ der Ritterschlag in Form der Aufnahme ins nationale mediale Ärzte-Bashing-Team bedeutet (DT vom 22. August). In der Schweiz freut man sich über solche Artikel, denn sie helfen dem Land, die Probleme im eigenen Schweizer Gesundheitssystem, den Ärztemangel, zu lösen. Die ins Land strömenden deutschen Ärzte sind bestens ausgebildet, fleißig, integrationswillig, alles Eigenschaften, die in der Schweiz sehr geschätzt werden. Im Gegenzug speist man die deutschen Ärzte nicht wie in Deutschland mit einem Honorar in Form einer Flatrate von 10 Euro ab, sondern hier wird nach Zeit und Patientenzuwendung in harten Schweizer Fränkli entlohnt. Außerdem belästigt man uns Ärzte nicht mit Budgets, überbordender kranken Kassen-Bürokratie. Hier winken niedrige Steuern und nach einiger Zeit der Schweizer Pass. Nach Bali brauchen die Neuschweizer Ärzte auch nicht mehr zu fahren, die Schweiz ist ja ein wunderbares Urlaubsland. In der Schweiz begrüßt man weitere Kampagnen der deutschen Print- und Fernsehmedien gegen deutsche Ärzte.

Hier einige Vorschläge, die immer gut ankommen: neuer Porsche, Yacht im Mittelmeer, Ärztekorruption, Ärztepfusch. Es werden nämlich noch weitere deutsche Ärzte für die Notfallpraxen gebraucht. Im Kanton Thurgau arbeiten nur deutsche Ärzte, die extra zum Wochenenddienst in die Schweiz anreisen, um ihr Familieneinkommen zu sichern. Vielleicht, Herr Wodok, ist auch Ihr Orthopäde unter ihnen und gar nicht auf der vermeintlichen Fernreise. Das Verhalten der Deutschen gegenüber ihren Ärzten kann man treffend umschreiben: dämlich! Wenn irgendwann der letzte freie Arzt seinen Heimatort verlassen hat, wird man feststellen, dass Politiker, kranken Kassenfunktionäre, Krankenhäuser, Großkonzernpraxen und selbst ernannte Gesundheitsexperten wie Banker und Juristen keine Hausbesuche machen.