Zur Diskussion um den priesterlichen Zölibat: Der Lebensweise Jesu entsprechen

Ich traute meinen Augen nicht, als ich in der Ausgabe der DT vom 17. Juli las, dass Erzbischof Schick sich künftig mehr verheiratete Priester vorstellen könne. Im übrigen widerspricht sich Erzbischof Schick, indem er den Zölibat der Priester trotz Priestermangel als wichtig für die Kirche ansieht. Was meint er denn nun eigentlich? Wieso betont er, dass diejenigen, die ein zölibatäres Leben zu führen gelobt haben, ihr priesterliches Versprechen auch einhalten müssten. Aber das ist doch selbstverständlich. Wer das nicht tut, muss es vor Gott verantworten.

Im übrigen ist immer wieder, auch in dieser Zeitung, darauf hingewiesen worden, dass der Priestermangel nicht am Zölibat liegt. Andere Konfessionen, zum Beispiel die evangelische und die anglikanische Kirchengemeinschaft, haben verheiratete Pastoren, doch haben sie auch nicht genügend Pastoren-Nachwuchs. Es liegt nicht am Zölibat, dass es zu wenig Priester gibt, sondern am mangelnden Glauben. Wie sollen sich junge Männer für einen geistlichen Beruf entscheiden, wenn sie in ihrer Familie gar nicht erleben, dass der Glaube zum Wichtigsten im Leben gehört?

Bischof Müller schreibt in der DT vom 19. Februar 2008, dass von einer Aufhebung des Zölibates weder jetzt noch in Zukunft auszugehen sei. Die katholische Kirche im lateinischen Ritusgebiet halte fest an der äußerst sinnvollen Verbindung vom ehelosen keuschen Leben um des Himmelreiches willen. Für diesen Klartext bin ich ihm sehr dankbar. Auch hoffe ich, dass Erzbischof Marx den Priestern aus dem „Freundeskreis Münchner Pfarrer“, die ihm schrieben, dass er über die Aufhebung der Verbindung von Priesteramt und Zölibat nachdenken solle, die richtige Antwort geben wird. Laut Tagespost vom 1. März 2008 sagte er zum Zölibat, dass diese Lebensform als positiv zu entdecken sei. In unserem versexualierten Land wird natürlich nicht verstanden, wie jemand auf die Idee kommen könne, auf die Sexualität zu verzichten. Doch die Lebensform des Zölibates entspreche in besonderer Weise der Lebensform Jesu, so Erzbischof Marx.