• aktualisiert:

    Zur Diskussion um den Kolping-Verein und sein Memorandum: Nur Hilfe zeigt Verständnis: Wir sollen nicht töten

    Wie die DT am 27. Oktober berichtet, hat sich eine Mehrheit in der Bundesversammlung des Kolping-Vereins für die Wiedereinführung einer Tötungslizenz für ungeborene Kinder auch in katholischen Beratungsstellen eingesetzt. Erschütternd, weil das Gegenteil dessen gefordert wird, das man zu vertreten angibt: das Gegenteil des Lebensschutzes. Erschütternd, weil das Memorandum des eigentlich urkatholischen Vereins weder das Verbot dieser Art von „Mitwirkung am Schutz des Lebens“ durch den Heiligen Papst Johannes Paul II. respektiert, noch durch die Fakten dazugelernt hat: Kinder werden heute gerettet durch Hilfe statt Abtreibung; nicht durch Straffreiheit nach Abtreibung. Liberalisierung der Abtreibung rettet Kinder nicht und hilft Frauen nicht. Verständnis für Frauen zeigt sich nicht durch Aufweichung des Lebensschutzes, sondern durch Hilfe.

    Wie die DT am 27. Oktober berichtet, hat sich eine Mehrheit in der Bundesversammlung des Kolping-Vereins für die Wiedereinführung einer Tötungslizenz für ungeborene Kinder auch in katholischen Beratungsstellen eingesetzt. Erschütternd, weil das Gegenteil dessen gefordert wird, das man zu vertreten angibt: das Gegenteil des Lebensschutzes. Erschütternd, weil das Memorandum des eigentlich urkatholischen Vereins weder das Verbot dieser Art von „Mitwirkung am Schutz des Lebens“ durch den Heiligen Papst Johannes Paul II. respektiert, noch durch die Fakten dazugelernt hat: Kinder werden heute gerettet durch Hilfe statt Abtreibung; nicht durch Straffreiheit nach Abtreibung. Liberalisierung der Abtreibung rettet Kinder nicht und hilft Frauen nicht. Verständnis für Frauen zeigt sich nicht durch Aufweichung des Lebensschutzes, sondern durch Hilfe.

    Wer aber genauer hinschaut, wird feststellen, dass die Verflechtung „katholischer“ Verbandsfunktionäre und solcher Strukturen wie „Donum Vitae“ und anderen staatlich anerkannten Beratungsstellen, die in anhaltendem antirömischem Reflex das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung gegen ein Recht des Kindes auf Leben in's Feld führen, altersabhängig ist. Der institutionalisierte Irrtum ist nicht neu, sondern schon alt. Tötungslizenz wird gefordert, um die Tötung zu verhindern. Eine Mutter, die ihr Kind nicht umbringen will, kann den Schein nicht gebrauchen. Nur diejenige, die ihr Kind auf Druck ihrer Umgebung hin töten lassen will – sie muss den Schein vorweisen. Das Memorandum ist gut gemeint. Sicherlich. Aber darin verstecken sich verhängnisvolle Irrtümer: Vermeintliches Recht auf Selbstbestimmung wird schließlich über das Gebot Gottes gesetzt. Die Spaltung im katholischen Lager wird angesichts der Kultur des Todes von selbst verschwinden. Traurig ist's trotzdem.

    Danke für die Leserbriefe zum Beratungsschein (DT vom 3. November). Das Fehlverhalten der passiven Mitglieder im Kolping-Bundesverband ist für mich als früheren Kolping-Vorsitzenden in Kempten/Allgäu erschreckend, weil durch den geforderten Beratungsschein die Tötung ungeborener Kinder im Mutterleib ermöglicht und gefördert wird. Statt dass unser Kolpingverband als Lebensschutzbeauftragter den Kolpinggeist aktiviert und auf das fünfte Gebot Gottes hinweist – Du sollst nicht töten – wird unser Gewissen als Kolpingmitglieder beschämt. Unsere Mandatsbeauftragten sollten in den Spiegel schauen und sagen: Treu Kolping!

    Wilderich Freiherr von Ketteler,

    48163 Münster