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    Zur Diskussion um Ehe und Familie in der Kirche und der Debatte über die Homo-„Ehe“: Bischöfe und ZdK: Die „Normalfamilie“ vergessen: Ungleiches darf ungleich geregelt werden

    Unter dem Motto „HÖREN! Was Familien sagen“ fand am 18. Juni in Berlin die Tagung der deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken statt, von der „Die Tagespost“ am 20. Juni titelt: „Bischöfe und Laien beraten über Familien“. Beide Titel sind irreführend, da von den Einladenden neun Personen bestimmt waren, über ihr Leben und ihre Lebenssituation zu berichten, aber Vertreter der normalen Ehe und Familie, die ja wohl immer noch den größten Teil in der Bevölkerung ausmachen, nicht aufs Podium geladen waren. Nur durch eigene und energische Initiative konnte ein junger Vater von vier kleinen Kindern sein Statement für kinderreiche junge Familien vorbringen, die bewusst im traditionellen Familienmodell leben.

    Unter dem Motto „HÖREN! Was Familien sagen“ fand am 18. Juni in Berlin die Tagung der deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken statt, von der „Die Tagespost“ am 20. Juni titelt: „Bischöfe und Laien beraten über Familien“. Beide Titel sind irreführend, da von den Einladenden neun Personen bestimmt waren, über ihr Leben und ihre Lebenssituation zu berichten, aber Vertreter der normalen Ehe und Familie, die ja wohl immer noch den größten Teil in der Bevölkerung ausmachen, nicht aufs Podium geladen waren. Nur durch eigene und energische Initiative konnte ein junger Vater von vier kleinen Kindern sein Statement für kinderreiche junge Familien vorbringen, die bewusst im traditionellen Familienmodell leben.

    Es wurde der Eindruck erweckt, alle Formen des Zusammenlebens und sexueller Praxis sind „Familie“! Schade.

    „Wo Lehre und Praxis, Wahrheit und Liebe auseinanderkippen, da stimmt etwas nicht“, so Bischof Koch zum Abschluss. Das war hier spürbar, und ich wünsche mir, dass dieses „HÖREN“ die Bischöfe ermutigt, darauf klare Antworten zu formulieren.

    Zu dem Leserbrief Gert Elbers „Karikatur von Religion“ (DT vom 16. Juni): Der Leserbriefkollege versteht offensichtlich die Motivation der vielen Leserbriefe gegen die sogenannte Homo-„Ehe“ nicht. In keinen einzigen Fall kann man eine „pharisäerhafte Selbstgerechtigkeit“ hineininterpretieren; dieses Urteil von Herrn Elbers ist unzutreffend, diffamierend und zurückzuweisen. Ziemlich bösartig auch der stereotype Homophobie-Vorwurf pauschal an alle Kritiker der sogenannten Homo-„Ehe“. Es geht den vielen Stimmen bei dieser Frage ganz überwiegend nicht um die Bewertung von besonderen sexuellen Orientierungen, die de facto natürliche Randerscheinungen und sehr kleine Minderheiten darstellen. Die Heilige Schrift nimmt bezüglich gewisser Handlungen klare Aussagen vor, die selbst in Kirchenkreisen gerne ignoriert werden. Wer würde den Schöpfer-Gott und seine Heilige Schrift nun etwa „homophob“ nennen wollen? Der säkulare Rechtsstaat denkt ohnehin nicht in solchen Kategorien. Inakzeptabel müsste für ihn aber die anmaßende Anspruchshaltung einer Minderheit sein, welche die naturrechtlich exklusive und beständig definierte Institution der Ehe umdefinieren und damit relativieren und ihrer Vorbildfunktion berauben will. Nämlich die auch der Schöpfungsordnung gemäße Ehe zwischen Mann und Frau, die dem Staat jedoch insbesondere als Grundlage für Familie, Kinder und als prägende Keimzelle der Gesellschaft dient und die eine herausragende und schützenswerte Aufgabe wahrnimmt.

    Auch säkulare Denker und Macher müssten einräumen, dass eine christlich-wertorientierte, naturrechtliche Rückbindung von Recht und Ordnung in der Vergangenheit eher nützlich und konstruktiv, auf keinen Fall aber schädlich für ein gesundes Gemeinwesen war. Dafür steht in höchster Priorität die ausdrücklich so gewollte und genormte rechtliche und kulturelle Form der „Ehe“. Und es ist diese Struktur, aus der alleine heraus eine gesunde Reproduktion gelingen und damit die „demographische Katastrophe“ abgewendet beziehungsweise abgeschwächt werden könnte.

    Nun kommt eine kleine Minderheit und nimmt aggressiv für sich in Anspruch, was ihr nach Meinung Vieler bei allem Respekt schlicht nicht zusteht. Ungleiches darf selbstverständlich ungleich geregelt sein, ohne dass die Betroffenen realistisch Diskriminierung für sich reklamieren können. Es ist natürlich ihr gutes Recht zu fordern, sich benachteiligt zu fühlen und den Gesetzgeber auszuloten. Aber sie müssten es eben dann auch aushalten, dass es hierzu andere Rechtsauffassungen gibt und aufhören, diese zu diskreditieren. Und der Gesetzgeber und die Politik müssen schließlich wissen, was ihnen die bestehende Rechtsordnung wert ist. Wenn sie anfangen, dieser Lobby und ihrem maßlosen Druck nachzugeben und die Ehe gegenüber allen potenziellen Anspruchstellern zu öffnen, dann werfen sie Wertsubstanz, Orientierung und gute Kontinuität unwiederbringlich über Bord.

    Polyamore Konstellationen, muslimische Vielehe, innerverwandtschaftliche Beziehungen et cetera. Alle diese Formen sind untereinander ebenfalls ungleich. Aber mit welcher Begründung sollte der Gesetzgeber jenen das „gleiche Recht“ verwehren? Etwas Logik ist hier hilfreich. Der vernünftige und weitsichtige Gesetzgeber mit historischen Kenntnissen über untergegangene Hochkulturen wird das alles abwägen müssen. Am Ende wird er beantworten, ob er die Ehe zwischen Mann und Frau als Idealkonstellation für die Familie und Gesellschaft weiterhin anerkennt und ihr diesen exklusiven und besonders vorbildlichen Status lässt oder aberkennt und ob ihm dies letztlich alles gleichgültig ist.

    Um Diskriminierung geht es hier schon längst nicht mehr. Und manchen Homosexuellen ist die aggressive Anspruchshaltung einer Minderheit in der Minderheit längst peinlich. Hilfreich wäre, wenn diese sich jetzt in den Diskurs einbringen würden. Die sehr geringe Inanspruchnahme an eingetragenen Partnerschaften beweist den geringen Bedarf an solcher Gesetzgebung. Was bleibt ist verbissene, destruktive Ideologie, die sich modern und fortschrittlich gibt und die Gegenseite gerne als rückwärtsgewandt und homophob diffamiert. Man muss die Homolobby insbesondere im Einklang mit der umfassenden linken Gender-Bewegung und mit der in Umsetzung befindlichen Frühsexualisierung unserer Kinder und Enkelkinder sehen. Wenn der Staat nun scheibchenweise tragende Werte entsorgt, betreibt er den Niedergang. Er verbraucht die ethischen Grundlagen, auf denen er selbst basiert, die er selbst aber nicht schaffen kann (frei nach Böckenförde).

    Die eingetragene Partnerschaft ist aus staatlichen Erwägungen heraus schon eine sehr anerkennende Rechtsform, mit der man in Anbetracht der Gesamtumstände vielleicht auch als homosexueller Mitmensch leben kann, der seine Lebensform anderen weder aufdrängen noch als großes Vorbild hinstellen will. Auch viele Homosexuelle erkennen die Problematik ihrer Situation, manche leiden darunter, dass sie so empfinden und möchten einfach nur ein gewisses Verständnis, Respekt und ihre Ruhe haben.

    Anna Ballestrem, 12203 Berlin