• aktualisiert:

    Zur Diskussion über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche: Scheinheilig und selbstgerecht: Kein rein kirchliches Problem: An der Realität vorbei

    Herzlichen Dank für die klaren Worte von Johannes Seibel in seinem Artikel „Über die falsche Kommunikation in der richtigen Missbrauchsdebatte“ (DT vom 16. März). Ich kann sie voll und ganz unterschreiben. Der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) geht es längst nicht mehr um die Missbrauchsfälle vor dreißig und vierzig Jahren. Was sich die SZ in den letzten Ausgaben geleistet hat, unterbietet selbst noch das Niveau der Bildzeitung vom selben Tag. Bildauswahl, Überschriften und Karikaturen zeigen, dass es nicht mehr um eine Aufarbeitung und Verurteilung höchst bedauerlicher und beschämender Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit geht, hier wird die ganze Kirche, angefangen von Papst, Bischöfen, Priestern, bis zu Klöstern und katholischen Internaten in Sippenhaft genommen und unter Generalverdacht gestellt. Wer nicht das Gegenteil beweisen kann, ist zumindest verdächtig und der Häme und Verachtung preisgegeben. Die Unschuldsvermutung gilt in unserem Rechtssystem bis zur endgültigen Verurteilung zwar sogar für Schwerstverbrecher, nicht aber für alles, was derzeit katholisch ist! Man wundert sich nur, wer alles aus offensichtlich populistischen oder anderen Gründen glaubt, mitheulen zu müssen: ZdK, KJG, Kirche von unten, Wir sind Kirche, Politiker und leider auch „gute“ Katholiken. Kapieren sie eigentlich noch, dass sie selbst inzwischen wissentlich oder unwissentlich zu „Missbrauchsfällen“ einer hinterhältigen Kampagne geworden sind? Zum „volksstimmigen“ Verhalten mancher (Weih-)Bischöfe und Ordinariate in diesen Fragen, besonders des Zölibats, möchte ich keine Stellung nehmen.

    Herzlichen Dank für die klaren Worte von Johannes Seibel in seinem Artikel „Über die falsche Kommunikation in der richtigen Missbrauchsdebatte“ (DT vom 16. März). Ich kann sie voll und ganz unterschreiben. Der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) geht es längst nicht mehr um die Missbrauchsfälle vor dreißig und vierzig Jahren. Was sich die SZ in den letzten Ausgaben geleistet hat, unterbietet selbst noch das Niveau der Bildzeitung vom selben Tag. Bildauswahl, Überschriften und Karikaturen zeigen, dass es nicht mehr um eine Aufarbeitung und Verurteilung höchst bedauerlicher und beschämender Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit geht, hier wird die ganze Kirche, angefangen von Papst, Bischöfen, Priestern, bis zu Klöstern und katholischen Internaten in Sippenhaft genommen und unter Generalverdacht gestellt. Wer nicht das Gegenteil beweisen kann, ist zumindest verdächtig und der Häme und Verachtung preisgegeben. Die Unschuldsvermutung gilt in unserem Rechtssystem bis zur endgültigen Verurteilung zwar sogar für Schwerstverbrecher, nicht aber für alles, was derzeit katholisch ist! Man wundert sich nur, wer alles aus offensichtlich populistischen oder anderen Gründen glaubt, mitheulen zu müssen: ZdK, KJG, Kirche von unten, Wir sind Kirche, Politiker und leider auch „gute“ Katholiken. Kapieren sie eigentlich noch, dass sie selbst inzwischen wissentlich oder unwissentlich zu „Missbrauchsfällen“ einer hinterhältigen Kampagne geworden sind? Zum „volksstimmigen“ Verhalten mancher (Weih-)Bischöfe und Ordinariate in diesen Fragen, besonders des Zölibats, möchte ich keine Stellung nehmen.

    Es gilt festzuhalten: Missbrauch von Kindern sind verabscheuungswürdige Verbrechen, die auch nach vielen Jahren im Rahmen unseres Rechtssystems zu verurteilen und hart zu bestrafen sind. Darin dürfte bei allen Konsens bestehen. Nicht hinnehmbar ist die pharisäerhafte Scheinheiligkeit und Selbstgerechtigkeit, mit der gewisse Journalisten nur die Vergangenheit der katholischen Kirche in den Fokus nehmen und ganz vergessen oder nicht wissen, wie viel tausend Kinder jedes Jahr in der Gegenwart Opfer sexuellen Missbrauchs allein in den Familien werden. Hören die nur die Schreie der Vergangenheit, während der tausendfältige Chor der heutigen Opfer geflissentlich unter den Teppich gekehrt wird? Da wäre dringender Handlungsbedarf von einigen Politiker(innen) im Interesse unserer Kinder angebracht!

    Jesus hat sich damals mit vielen Menschen angelegt und hart geurteilt (vgl. Bergpredigt, Mt 5–8). Es waren vor allem die mit den schneeweißen Westen in Jerusalem. Mit diesen gesetzestreuen Saubermännern gab's bei ihm kein Pardon. Das hat ihn zwar das Leben gekostet, aber umgefallen ist er nicht. Und zurückgenommen hat er auch nichts. Mit wem er gut zurechtgekommen ist (und davon berichtet fast jede Seite des Neuen Testaments) waren vor allem die Menschen, die damals etwas auf dem Kerbholz hatten, als Sünder galten und von der herrschenden Volksgemeinschaft verachtet und geächtet wurden wie die Zöllner oder die Ehebrecherin. Die hat er geschützt und zur Umkehr gerufen. Und wer diese Umkehr vollzogen hat, war für ihn nicht mehr der alte, sondern ein neuer Mensch. Er bekam seine Chance, auch in der damaligen Urkirche. Ob die heute noch eine Existenzberechtigung in unserer modernen Kirche hätten? Nach wie vor gilt das Wort Jesu: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“. Vielleicht sollten wir Katholiken wieder das vergessene Christenbuch lesen: Das Neue Testament. Da steht vieles drin, was uns allen, der Kirche und der Gesellschaft, heute helfen könnte und weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Es ist ein Buch für das Leben der Menschen, ein Buch der menschlichen Realität und gewiss auch ein Buch einer verantwortungsbewussten wirksamen Prävention.

    Zu „Bistum weist Kritik an Predigt von Müller zurück“ (DT vom 23. März): Warum regen sich die Leute über Bischof Müller so auf? Sie wissen doch, dass die Missbrauchsfälle ein gesamtgesellschaftliches Problem sind, bei dem die Kirche unterdurchschnittlich vertreten ist. Die Medien stellen dieses Problem jedoch ungerechterweise nur als rein kirchliches Problem dar. Eine grundlegende Behandlung dieses Themas als Problem der Gesamtgesellschaft, besonders der Humanistischen Union und der Grünen mit ihrer Genderpolitik haben die Medien bisher peinlich vermieden. Warum bloß? Volker Beck, Cohn Bendit und die Humanisten wollten doch die kirchliche Sexualmoral als „überholtes bürgerliches Relikt“ abschaffen. Gegen dieses einseitige Totschweigen hat sich Bischof Müller gewehrt. Wenn man den Text von Bischof Müller nachliest, sieht man, dass er die jetzige Medienkampagne gegen die Kirche mit der Kampagne der Nazis gegen die Kirche gar nicht gleichsetzt. Vielmehr hat er an die Treue der Katholiken zur Kirche damals erinnert und seine Zuhörerinnen aufgefordert, die gleiche Treue zu zeigen. Darf er das wirklich nicht? Die Meinungsfreiheit gilt doch auch für Bischöfe.

    Kardinal Kasper hat den Text von Bischof Müller offenbar auch nicht gelesen. Er schwimmt nur auf halbrichtigen Meldungen mit. Schade! Hoffentlich durchleuchtet nun der „Runde Tisch“ die krankhafte Ideologie der „Humanistischen Union“, der Grünen und vor allem der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“. Der „Runde Tisch“ könnte eine Chance sein, die Heuchelei aufzuzeigen.

    Solange die Institution Kirche versucht, den Gläubigen vorzumachen, dass Papst, Bischöfe und Priester geschlechtslose, überirdische Wesen sind, führt meiner Meinung nach die Diskussion an der Realität vorbei. Es wäre auch noch davor zu warnen, dass hohe Würdenträger der Meinung sein könnten, die Täter aus ihren eigenen Reihen mit aller Unbarmherzigkeit an den Pranger stellen zu müssen. Sie dürfen dabei nicht vergessen, dass wir fast alle im Glashaus sitzen, wenn es um Sexualität geht.

    Lorenz Heilmann, 97082 Würzburg

    Dr. Eduard Werner, 82346 Andechs

    Ilse Sixt, 85667 Oberpframmern