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    Zur Diskussion über sexuellen Missbauch in katholischen Einrichtungen und den Angriffen auf die Kirche: Partei ergreifen für die Geistlichen: Den Osterglauben bezeugen: Der Kampf der Laizisten: Klaren Kopf bewahren

    Kardinal Sodano hat als Kardinalsdekan für die Kardinäle eine Solidaritätserklärung für Papst Benedikt XVI. abgegeben. Und was machen wir deutschen Katholiken gegenüber unserem Papst, gegenüber unseren Bischöfen und Pfarrern? Wir sind die schweigende Mehrheit und werden unserem Ruf gerecht, indem wir schweigen. Armes Deutschland!

    Kardinal Sodano hat als Kardinalsdekan für die Kardinäle eine Solidaritätserklärung für Papst Benedikt XVI. abgegeben. Und was machen wir deutschen Katholiken gegenüber unserem Papst, gegenüber unseren Bischöfen und Pfarrern? Wir sind die schweigende Mehrheit und werden unserem Ruf gerecht, indem wir schweigen. Armes Deutschland!

    Sich nicht vom Geschwätz des binnenkirchlichen Meinungsmarktes noch der ungerecht verallgemeinernden, zum Teil auch willkürlich bösartigen, Kritik der Medien irritieren zu lassen, sondern die Wahrheit des Auferstandenen zu verkünden, dafür steht Papst Benedikt XVI. am Hochfest der Christenheit. Im derzeit normenentfremdeten Klima Westeuropas gilt es, das österliche „Alleluja, Jesus lebt!“ zu bezeugen und den Dekalog für die Jetztzeit wachzuhalten. Das ist zentraler Auftrag Petri und der Jünger Jesu.

    Christus hat das Gesetz vom Sinai zu seiner Erfüllung in der Gottes- und Nächstenliebe geführt. Zurück also zu den Wurzeln der jüdisch-christlichen Tradition, die Sünde „Sünde“ nennt, die Wahrheit nicht relativiert und den Anpassungsversuch an gängige Praxis ablehnt, wenn dieser in den ethischen Grundfragen von der Kultur des Lebens im billig verhandelten „Konsens“ abweichen will! Denn „Ich bin der Weg und das Leben“, spricht der Herr. Jegliches Aggiornamento innerhalb der Kirche hat sich am Appell Christi auszurichten: „Eure Rede sei Ja oder Nein!“ Dies bedeutet das unverhandelbare Ja zum Gottesgeschenk des menschlichen Lebens.

    „Mein Wort ist Wahrheit“ gilt für das Bekenntnis tiefer Schuld vor aller Öffentlichkeit wie für die Zurückweisung von Verleumdungen. Die kulturelle Weisung Christi sieht den willigen, einsichtigen Menschen, auch den Versager, keineswegs dem Tod verfallen, sondern darf ihn der vergebenden Barmherzigkeit Gottes im sakramentalen Geschehen anheimstellen. In der Gnade des Gekreuzigten und Auferstandenen! Ist diese Botschaft je zu übertreffen?

    Danke für die Forum-Beilage zur Osterausgabe der Tagespost, verbunden mit der Bitte um ein journalistisch klärendes „Weiter so!“

    Bedanken möchte ich mich für den Abdruck des mutigen Artikels von Marcello Pera (DT vom 30. März), in dem er einen Zusammenhang aufzeigt zwischen dem Interesse an der Aufdeckung von Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche und dem Kampf der Laizisten gegen das Christentum. Um ähnliches zu finden, müsse man bis zum Nationalsozialismus oder Kommunismus zurückgehen. Diese Feststellung stimmt zwar, ist aber für die Situationsanalyse des heutigen Kirchenkampfes wenig hilfreich, da beide Systeme überwunden wurden.

    Der Kampf des Laizismus gegen die Kirche hat ältere Wurzeln. Sie liegen vor allem in der französischen Aufklärung. Nach der Restauration im 19. Jahrhundert hatte der moderne Laizismus seinen ersten Triumph bei der völligen Trennung von Kirche und Staat am 9. Dezember 1905 in Frankreich. Damit verbunden war die Zurückdrängung der Kirche aus allen gesellschaftlichen Bereichen, insbesondere dem Erziehungssystem. Der französische Laizismus hatte schon um 1900 die Stärke, die er in einigen mitteleuropäischen Ländern heute erst erreicht.

    Der Sieg Frankreichs im ersten Weltkrieg war auch ein Sieg des französischen Laizismus. Prominentester Vertreter dieser Richtung war der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau mit seinem Hass auf die Kirche: „Zwischen der Kirche, mag sie auch noch so geknebelt sein, und dem republikanischen Staat ist der Kampf immer möglich, der Friede niemals.“ Clemenceau bestimmte maßgeblich die Nachkriegsordnung. Es ging nur vordergründig um das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Mit dem Verschwinden der drei großen Monarchien in Europa wurde auch die Verankerung des Gottesgedankens im Staatsgefüge entscheidend getroffen. Österreich-Ungarn, weltliche Schutzmacht der Kirche, musste verschwinden, um einer labilen Konstellation kleinerer, untereinander verfeindeter Länder Platz zu machen. Die Gründung der tschechoslowakischen Republik hatte sogar einen ausgesprochenen antikatholischen Charakter. Der Gründerpräsident Masaryk strebte die Ablösung des Christlichen durch ein modernes Humanitätsideal an: „Von der Renaissance und der Reformation ausgehend, ersteht dieses neue ethische und soziale Ideal neben dem christlichen; dieses Ideal wird bald zu einem antichristlichen und überchristlichen: der Mensch – die Humanitätsidee, der Humanitismus.“

    Die Diskussion, ob und inwieweit sich christliche Ideale mit denen der Aufklärung vereinbaren lassen, birgt die Gefahr in sich zu übersehen, dass in Europa seit 1918 die Würfel endgültig zugunsten eines Laizismus gefallen sind, der die Aussöhnung mit der Kirche gar nicht will, sondern bestenfalls ihre Marginalisierung. Als Bühne dafür dienen heute vor allem die laizistisch dominierten, in Frankreich ansässigen, europäischen Institutionen, denen man von Seiten kirchlicher Vertreter merkwürdig unkritisch begegnet. Verdrängung bekennender christlicher Politiker, Verlangen nach Entfernung von Kreuzen aus öffentlichen Gebäuden, Genderpolitik und der Vormarsch einer Gesetzgebung, die den christlichen Lebensschutz missachtet, hätten schon lange die Kirche in Alarmbereitschaft versetzen müssen.

    Die Einseitigkeit, mit der man jetzt Übergriffe in kirchlichen Institutionen hervorhebt, obwohl zum Beispiel die Masse der heute lebenden Erwachsenen die weitaus meisten Prügel von staatlichen Lehrern bezogen haben dürfte, zeigt an, dass der Kampf gegen die Kirche an Intensität zunimmt. Im Gegensatz zum Kulturkampf unter Bismark machen viele Vertreter der Kirche im neu entbrennenden Kirchenkampf einen auffallend unvorbereiteten Eindruck. Man zeigt sich überrumpelt und ratlos. Nicht so Papst Benedikt, er hat die Entwicklung als drohende Diktatur des Relativismus vorausgesehen. Es bleibt zu wünschen, dass sich die deutsche katholische Kirche diesem weitsichtigen Papst enger anschließt und die Illusion fallen lässt, man könne alle Gegner durch Umarmung umstimmen.

    Wir möchten uns für den exzellenten Bericht von Jürgen Liminski bedanken („Unsere tägliche Manipulation geben wir uns heute“, erschienen in DT vom 3. April). Es ist schon unglaublich, wenn ein so erfahrener und kluger Journalist einräumen muss, einer bewussten und gezielten Manipulation eines Fernsehjournalisten zum Spielball geworden zu sein. Man kann nur an alle, insbesondere an die Jugend, appellieren, immer einen klaren Kopf zu bewahren, das heißt sich eine eigene Meinung zu bewahren, bevor man sich „blind“ der Meinung der TV-/Radio- oder Printmedien unreflektiert anschließt. Gott bewahre uns vor solchen Niederungen des Journalismus, wie ihn Liminski erleben musste. Wann geht der (politischen) Gesellschaft endlich ein Licht auf?

    Volker Weidtmann, 48155 Münster

    Dr. Maria Overdick-Gulden, Trier

    Helmut Gehrmann, Pfarrer, 56818 Klotten

    Michael Ketteler, 14513 Teltow