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    Zur Debatte um sexuellen Missbrauch in Einrichtungen der Kirche: Heuchlerische Schadenfreude: Den Werteverlust stoppen: Ein komplexes und diffiziles Thema

    Wir möchten Herrn Pfarrer Josef Läufer („Die Kirche am Pranger der Medien“, Leserbrief in der Ausgabe vom 2. März)völlig zustimmen. Er trifft den Nagel auf den Kopf und spricht uns aus dem Herzen. Nicht wenige „Medienmacher“ haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten für eine sehr liberale Sexualmoral plädiert und freizügige, ja ausufernde pornographische Produkte billigend in Kauf genommen. Nun kommen die gleichen Kräfte und deuten pharisäerhaft auf die Kirche, in der es leider auch schwache Menschen gibt, die sich vom Zeitgeist anstecken ließen. Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat vollkommen recht, wenn er betont, dass die 68er eine Mitverantwortung haben.

    Wir möchten Herrn Pfarrer Josef Läufer („Die Kirche am Pranger der Medien“, Leserbrief in der Ausgabe vom 2. März)völlig zustimmen. Er trifft den Nagel auf den Kopf und spricht uns aus dem Herzen. Nicht wenige „Medienmacher“ haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten für eine sehr liberale Sexualmoral plädiert und freizügige, ja ausufernde pornographische Produkte billigend in Kauf genommen. Nun kommen die gleichen Kräfte und deuten pharisäerhaft auf die Kirche, in der es leider auch schwache Menschen gibt, die sich vom Zeitgeist anstecken ließen. Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat vollkommen recht, wenn er betont, dass die 68er eine Mitverantwortung haben.

    Ausgerechnet Oswalt Kolle regt sich nun über Bischof Mixa auf. In unseren Augen ist Herr Kolle ein typischer Pharisäer, denn gerade dieser Mann hat sich schon oft gerühmt, dass es ihm gelungen sei, viele Tabus in unserer Gesellschaft gebrochen zu haben. Für Kolle, der aus Profit-Gründen die Jugend systematisch verführt hat, wäre es viel angemessener, wenn er – wie Pfr. Josef Läufer schreibt – „an die eigene Brust klopfen“ würde, statt heuchlerisch und schadenfroh über kirchliche Vertreter zu wettern.

    Die katholische Kirche ist keineswegs selbstgerecht, sondern sie ist sich ihrer Schwachheit bewusst. Bei jedem Gottesdienst bittet sie in den Kyrie-Rufen Gott um sein Erbarmen. Gerade jetzt in der österlichen Bußzeit betet sie den Hymnus, in welchem es heißt: „Das Böse schwinde kraftlos hin/ das Gute blühe machtvoll auf/ Versöhnung finde jedes Herz,/ das sich dem Werk der Buße weiht...“

    Missbrauch gab es nicht nur in katholischen Internaten. Ich möchte die Tatsachen dieser Missbräuche nicht kleinreden. Doch denken wir an die Zeit der Sexualisierung in den 60er und 70er Jahren, die sind nicht spurlos an Erziehern und Eltern vorbeigegangen. Die Kirche wurde doch als prüde hingestellt! Warum suchen Politiker heute die Kirche anzuschwärzen? Dieser Trend wurde doch von den Linken und den Liberalen gutgeheißen. Es gab eine Mahnerin: Christa Mewes, die heuer ihren 85. Geburtstag begehen konnte und nie aufgehört hat, auf die Missstände und ihre Folgen hinzuweisen. Wie wurde Papst Paul VI. wegen der Enzyklika „Humanae vitae“ angegriffen?

    Ich denke an die Stelle im Johannes-Evangelium 8. Kapitel „Jesus und die Ehebrecherin“ als Jesus zu den Pharisäern und Schriftgelehrten sagte: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Jesus hieß diesen Ehebruch nicht gut, er sagte, als alle den Platz verlassen hatten: „Geh hin und sündige nicht mehr“. Ich bin dafür, dass Unrecht aufgeklärt wird, aber nicht mit einseitigen Anklagen. Ich denke, die Bischöfe werden für die Kirche und die klösterlichen Institute die Möglichkeiten zur Aufarbeitung finden. Vergessen wir auch nicht, dass viel mit dem heutigen Werteverlust zusammen hängt. Kehren wir doch zu den echten Werten zurück!

    Das Thema Sexualmoral und Kirche ist eigentlich viel zu komplex und diffizil, um in einem Leserbrief abgehandelt zu werden, aber als Katholik möchte ich zur Entschuldigung der Kirche sagen.

    Erstens: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Zweitens: Welche gesellschaftliche Institution (ob Familie, Verein, politische Partei et cetera) wird nicht versuchen, in der Öffentlichkeit gut dazustehen und vermeiden, Negatives an die Öffentlichkeit zu zerren. Dass man den entstandenen Schaden auf irgendeine Weise gutzumachen hat, steht dabei außer Frage. Drittens: Auf dem Gebiet der Sexualität ist in unserer Gesellschaft heute alles möglich. Die Kirche versucht hier Grenzen zu ziehen. Dass eine Grenzziehung nötig ist, darüber müssten wir uns eigentlich einig sein.

    Konrad und Hedwig Schork,

    77883 Ottenhöfen

    Sr. M. Lucia, Ordensschwester, Bad Honnef

    Dr. Heinz Lackner, A-8054 Graz