Zur Debatte über alten und neuen Ritus: Wohltuende Stille statt Plattitüden

Zur Diskussion um den alten und den neuen Ritus, die auch auf dem Katholikentag in Osnabrück geführt wurde (DT vom 27. Mai): Am Sonntag konnte ich in Frankfurt, St. Leonhard, ein Hochamt im „alten Ritus“ mitfeiern. Um es gleich zu sagen: Mein Gesamteindruck war positiv, allerdings mit Einschränkungen. Gefeiert wurde ein Choralamt mit einem selten in Pfarrkirchen gesungenen Ton. Obwohl der Schott benutzt wurde, konnte man aber nur selten mitsingen. Die Lesung und das Evangelium erst lateinisch, später, von der Kanzel, deutsch vorgetragen, halte ich in der zweifachen Ausführung für unnötig.

Mir ist es dennoch ein Bedürfnis zu sagen, wie wohltuend die häufiger angebotene Stille ist, der Wegfall von Plattitüden und Einschüben, die immer eingehaltene liturgische Haltung, der würdige Kommunionempfang. Keine Moderation, kein banales Wort, keine Selbstdarstellung. Alles war Anbetung, Dienst vor Gott. – diese „alte Messe“ kann meiner Ansicht nach unseren Ritus und die Art und Weise, wie man heilige Messe feiert, befruchten. Derzeit sollten aber zunächst mehr Menschen die Gelegenheit bekommen, den alten Ritus wieder miterleben zu können.