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    Zur Abschiedsvorlesung von Frau Professor Gerl-Falkovitz : Den Glauben rational durchdringen : An der falschen Stelle gespart

    In ihrer Abschiedsvorlesung an der TU Dresden („Vernunft – die Brücke, die über sich hinausgreift“, erschienen in DT vom 21. Mai) hat Frau Professor Gerl-Falkovitz einmal mehr ihre Meisterschaft unter Beweis gestellt, an der Vernunft orientiertes philosophisches Denken mit dem Geist des Christentums füreinander fruchtbar zu machen. In dieser wechselseitigen Reflexion, nicht Vermischung, von Glaubensgut und Vernunfterkenntnis können beide zu ihrer vollen Entfaltung gelangen: Der Glaube („Jerusalem“) kann rational verteidigt werden und die Vernunft („Athen“) sich zum Transzendenten ausweiten.

    In ihrer Abschiedsvorlesung an der TU Dresden („Vernunft – die Brücke, die über sich hinausgreift“, erschienen in DT vom 21. Mai) hat Frau Professor Gerl-Falkovitz einmal mehr ihre Meisterschaft unter Beweis gestellt, an der Vernunft orientiertes philosophisches Denken mit dem Geist des Christentums füreinander fruchtbar zu machen. In dieser wechselseitigen Reflexion, nicht Vermischung, von Glaubensgut und Vernunfterkenntnis können beide zu ihrer vollen Entfaltung gelangen: Der Glaube („Jerusalem“) kann rational verteidigt werden und die Vernunft („Athen“) sich zum Transzendenten ausweiten.

    Umso bedauerlicher ist es, dass der Lehrstuhl von Frau Gerl-Falkovitz nicht mehr neu besetzt werden soll. Damit tut sich weder die TU Dresden noch die sächsische Wissenschaftspolitik einen Gefallen. Kurzatmige Einsparungen in einem scheinbar wenig gewinnbringenden universitären Bereich wie der Religionsphilosophie gehen zu Lasten vieler. Gerade in Sachsen oder im benachbarten Thüringen muss der nach 1989 wiedererstarkende christliche Glaube rational durchdrungen und als vernünftige Option einer adäquaten Wirklichkeitsdeutung gestärkt werden. Die Menschen suchen Orientierung und wollen sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengeben. Verschwindet die universitäre Religionsphilosophie, die eine rationale Durchdringung von Glaube und Religion zur obersten Aufgabe hat, dient dies nur ideologischen Gruppierungen, die das Argument verweigern.

    Hoffen wir, dass die Religionsphilosophie in Dresden oder an anderen Universitäten bald wieder Fuß fassen kann, auch zum Wohl der Öffentlichkeit.

    Vielen Dank für den Abdruck der Abschiedsvorlesung von Frau Gerl-Falkovitz. Dass ihr Lehrstuhl nicht wiederbesetzt wird ist ein Skandal. Gerade im Osten wäre das so wichtig. Wie so oft: Es wird an der falschen Stelle gespart!

    Dr. phil. Hans Otto Seitschek

    81373 München

    Inge Fleischer, 10115 Berlin