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    Zum Interview mit Sozialethikerin Nothelle-Wildfeuer: Was ist gemeint mit Sonntagsheiligung?

    Danke für das Interview mit der Sozialethikerin Ursula Nothelle-Wildfeuer (DT vom 20. Juni). Eine Interviewfrage bezog sich auf den Sonntag, den der Papst gekennzeichnet hat als „Tag der Heilung der Beziehungen des Menschen zu Gott, zu sich selbst, zu den anderen und zur Welt“. Die Redakteurin fragt: „Müssen wir uns energischer zur Sonntagsruhe zwingen?“

    Danke für das Interview mit der Sozialethikerin Ursula Nothelle-Wildfeuer (DT vom 20. Juni). Eine Interviewfrage bezog sich auf den Sonntag, den der Papst gekennzeichnet hat als „Tag der Heilung der Beziehungen des Menschen zu Gott, zu sich selbst, zu den anderen und zur Welt“. Die Redakteurin fragt: „Müssen wir uns energischer zur Sonntagsruhe zwingen?“

    Frau Nothelle-Wildfeuer verweist auf den Ausspruch der Benediktinerin Corona Bamberg, wonach „man am Sonntag alles tun darf, was man sonst auch tut, aber in einer anderen Grundhaltung“. Das genau steht aber nicht im Gebot, dort wird ein scharfer Gegensatz zu den Wochentagen gezogen. Im Zentrum des Sonntags steht, Gott die Ehre zu geben. Das meint weder, Arbeit „in einem anderen Geist“ zu tun, noch den Tag mit Freizeitaktivitäten vollzupacken. Es meint, alle unnötige Arbeit zu meiden und sich auszuruhen bei Gott. Mit der immer größer werdenden Anzahl von Menschen zu argumentieren, die sich dem Zwang zur Arbeit nicht entziehen können, bedeutet eine für uns Christen unzulässige Kapitulation vor einer Verfügbarkeitsgesellschaft. In der Sonntagsruhe, in der Sonntagsheiligung liegt die Quelle der richtigen Bewältigung von Welt und Zeit. Ja, wir müssen uns „energischer zur Sonntagsruhe“ bringen!

    Dagmar Dewald, 97074 Würzburg