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    Zum Feuilleton-Beitrag „Katholischer Bürgerkrieg?“: Christen haben Wichtigeres zu tun

    Die Katholiken hierzulande leben in unruhigen Zeiten: Erst müssen sie sich zwischen ordentlichem und außerordentlichem Messritus entscheiden; dann sollen sie in der causa Pius-Bruderschaft Position für oder gegen unseren Papst beziehen (unsere Bischöfe übrigens auch); dann müssen sie sich fragen, ob sie noch zur Stammwählerschaft der CDU mit der protestantischen Kanzlerin zählen, und zu allem Überfluss müssen sie noch im „katholischen Bürgerkrieg“ überleben; doch gemach: Solange die meisten katholischen Grabenkämpfer nach rechts oder links „das größte Gebot im Gesetze“ noch richtig aufsagen können: „Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit ganzem Herzen ... und deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, statt „... oder deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, ist noch nicht alles verloren.

    Die Katholiken hierzulande leben in unruhigen Zeiten: Erst müssen sie sich zwischen ordentlichem und außerordentlichem Messritus entscheiden; dann sollen sie in der causa Pius-Bruderschaft Position für oder gegen unseren Papst beziehen (unsere Bischöfe übrigens auch); dann müssen sie sich fragen, ob sie noch zur Stammwählerschaft der CDU mit der protestantischen Kanzlerin zählen, und zu allem Überfluss müssen sie noch im „katholischen Bürgerkrieg“ überleben; doch gemach: Solange die meisten katholischen Grabenkämpfer nach rechts oder links „das größte Gebot im Gesetze“ noch richtig aufsagen können: „Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit ganzem Herzen ... und deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, statt „... oder deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, ist noch nicht alles verloren.

    Sicher wäre es hier hilfreich, wenn die Mehrzahl der Bürgerkriegskämpfer Heilige der Nächstenliebe kennen würden, zum Beispiel die Heilige Elisabeth von Thüringen, die nicht nur in inniger Liebe zu Christus (und ihrem Gemahl) entbrannt war – also richtig „fromm“ war – , sondern nach dem frühen Tod ihres Mannes im Kreuzzug auch auf ihr reiches Erbe verzichtete und die letzten Jahre ihres Lebens ganz der Pflege der Armen und Kranken widmete.

    Nun schickt der Herrgott den in der Kirchengeschichte nicht so Kundigen auch in unseren Tagen Heilige des Glaubens und der Liebe: So dürften fast alle Christen Mutter Teresa von Kalkutta wahrgenommen haben. Von ihr wissen wir, dass sie ohne die tägliche Heilige Messe in der Frühe die Werke der Nächstenliebe mit ihren Schwestern nicht tun konnte. Und zur Abtreibung hat sie bei der Verleihung des Friedensnobelpreises vor dem erlauchten Publikum kein Blatt vor den Mund genommen.

    P. Werenfried van Straaten, der wahrhaftig ein Mann des Glaubens und dazu ein glühender Marienverehrer war, sammelte in den fast 60 Jahren seines Wirkens mit seinem „Millionenhut“ schließlich Milliarden für die Anliegen der Weltkirche. Der Prior von Taizé, Roger Schutz, betete mit den jungen Menschen täglich dreimal, um sie dann zum Dienst an den Brüdern und Schwestern in die Welt zu schicken; sein Motto: „Kampf und Kontemplation“.

    Es soll nur erwähnt werden, dass unsere Missionare in allen Erdteilen den Menschen nicht nur das Wort Gottes verkünden, sondern auch bestrebt sind, ihre oftmals trostlose Lebensverhältnisse spürbar zu verbessern. Dazu helfen ihnen nicht zuletzt die kirchlichen Hilfswerke Misereor, Adveniat und Missio, die ja fast ausschließlich von den Kirchgängern, also den „Frommen“ getragen werden. Fazit: Natürlich ist die Alternative „sozial“ oder „fromm“ nicht nur falsch, sondern töricht. Wir katholische Christen haben in unseren Tagen wahrhaftig Wichtigeres zu tun, als unsere geistlichen Kräfte in Spiegelgefechten mit Glaubensgeschwistern zu vergeuden. Wie heißt es in einer Oration der Fastenzeit: „Ewiger Vater, wende unsere Herzen zu dir hin, damit wir das eine Notwendige suchen und dich in Werken der Liebe verherrlichen.“

    Horst Kuklinski, 47803 Krefeld