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    Zum Besuch von Benedikt XVI. in Spanien und dem Verhalten von Ministerpräsident Zapatero: Viele Katholiken fragen sich: Quo vadis, Spanien?

    Der Hass und die Abneigung müssen schon sehr tief sitzen, wenn der Ministerpräsident eines immer noch katholisch geprägten Landes es ablehnt, den Papst als Oberhaupt aller Katholiken zu begrüßen. Die wenigen Minuten, die er dem Papst bei der Verabschiedung in Barcelona gewährte, schaffen den Affront nicht aus der Welt. Viele Katholiken in Europa fragen sich: „Quo vadis, Spanien?“

    Der Hass und die Abneigung müssen schon sehr tief sitzen, wenn der Ministerpräsident eines immer noch katholisch geprägten Landes es ablehnt, den Papst als Oberhaupt aller Katholiken zu begrüßen. Die wenigen Minuten, die er dem Papst bei der Verabschiedung in Barcelona gewährte, schaffen den Affront nicht aus der Welt. Viele Katholiken in Europa fragen sich: „Quo vadis, Spanien?“

    Ein Papst hat das Recht und die Pflicht, auf den sittlichen Niedergang eines Volkes hinzuweisen und es spirituell wieder aufzurichten. Das war das Anliegen des Papstes bei seinem Pilgerbesuch in Compostela. Er wollte sich einreihen in die lange Reihe der internationalen Pilger, die nach uralter christlicher Tradition dem heiligen Jakobus die Ehre erweisen. Es ging dem Oberhaupt der katholischen Kirche nicht um Teilnehmerzahlen, wie manche deutsche und spanische Presse-Organe spekulierten. Er wollte vielmehr ein Zeichen für den religiösen Aufbruch und die Neuevangelisierung Spaniens setzen. Die Weihe der Sagrada Família war ein großes nationales Ereignis, das alle Spanier, ob gläubig oder ungläubig, mit einander verbunden hat. Doch der Ministerpräsident mit seiner sozialistischen Riege fehlte bei diesem einmaligen Geschehen von großer nationaler und internationaler Bedeutung. Wollte man damit auch die große christliche Vergangenheit Spaniens leugnen?

    Der tiefgläubige Architekt Gaudí hat ein Zeichen des Glaubens gesetzt und aufgezeigt, dass sich die Kirche der Moderne nicht verschlossen hat. Dass man trotz eines blutigen Bürgerkriegs, der viele Katholiken das Leben gekostet hat, über viele Jahrzehnte hinweg immer wieder weitergebaut hat, zeugt von der spirituellen Kraft Spaniens, die von der jetzigen gottlosen Regierung nicht einfach hinweggefegt werden kann. Die geschichtliche Prägung eines Volkes, seine Kultur, seine Geschichte und Religion lässt sich nicht einfach abstreifen. Die Katholiken müssen in einer Demokratie das Recht haben, wie alle anderen Bürger ihre Meinung zu politischen Vorgängen ihres Landes zu sagen, ohne gleich diffamiert zu werden. Schließlich bezeichnen sich immer noch weite Teile der spanischen Bevölkerung als katholisch.

    Ob die Zulassung der Abtreibung und Homo-„Ehe“ ein geistiger Fortschritt für ein Volk sind, darüber kann man geteilter Meinung sein und ob die familienfeindlichen Gesetze der jetzigen Regierung das Land voranbringen: Die Ergebnisse einer solchen Politik wird erst die Geschichte erweisen.

    P. Gerhard Knühl, 54290 Trier