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    Zu der Diskussion um die Gründung eines katholischen Arbeitskreises in der CDU: Widersprüchlicher Vorschlag: Dringend erforderlich

    Mit wachsender Irritation verfolge ich die in der „Die Tagespost“ stattfindende Diskussion um die Gründung eines katholischen Arbeitskreises in der CDU. Professor Pompey setzte in einem Leserbrief (DT 18. August) die Debatte fort, indem er in ökumenischer Gesinnung empfahl, „einen Arbeitskreis evangelisch-katholischer Christen in der Union zu konstituieren“. Ich musste diesen Satz und seine Begründung wirklich mehrmals lesen, um ihn, wenn nicht zu verstehen, so doch wenigstens in seiner Widersprüchlichkeit wahrzunehmen. Die Christlich Demokratische Union soll also einen eigenen Arbeitskreis für die Christen einrichten, damit diese Sonderlinge dann neben Gruppen wie der „Frauen Union“ (FU) oder den „Lesben und Schwulen in der Union“ (LSU) wenigstens eine Existenzberechtigung haben beziehungsweise Gehör finden. Das hört sich ungefähr so an, als sollten die Grünen einen parteiinternen Arbeitskreis für ökologische Fragen etablieren. Wie tief ist die CDU, deren Programmatik nach dem Krieg maßgeblich von den Dominikanern in Walberberg geprägt wurde, eigentlich gesunken, wenn es solcher Vorschläge bedarf? Andersherum gesagt: Wäre es nicht glaubwürdiger, wie bereits vielfach gefordert, einfach das „C“ aus dem Parteinamen zu streichen?

    Mit wachsender Irritation verfolge ich die in der „Die Tagespost“ stattfindende Diskussion um die Gründung eines katholischen Arbeitskreises in der CDU. Professor Pompey setzte in einem Leserbrief (DT 18. August) die Debatte fort, indem er in ökumenischer Gesinnung empfahl, „einen Arbeitskreis evangelisch-katholischer Christen in der Union zu konstituieren“. Ich musste diesen Satz und seine Begründung wirklich mehrmals lesen, um ihn, wenn nicht zu verstehen, so doch wenigstens in seiner Widersprüchlichkeit wahrzunehmen. Die Christlich Demokratische Union soll also einen eigenen Arbeitskreis für die Christen einrichten, damit diese Sonderlinge dann neben Gruppen wie der „Frauen Union“ (FU) oder den „Lesben und Schwulen in der Union“ (LSU) wenigstens eine Existenzberechtigung haben beziehungsweise Gehör finden. Das hört sich ungefähr so an, als sollten die Grünen einen parteiinternen Arbeitskreis für ökologische Fragen etablieren. Wie tief ist die CDU, deren Programmatik nach dem Krieg maßgeblich von den Dominikanern in Walberberg geprägt wurde, eigentlich gesunken, wenn es solcher Vorschläge bedarf? Andersherum gesagt: Wäre es nicht glaubwürdiger, wie bereits vielfach gefordert, einfach das „C“ aus dem Parteinamen zu streichen?

    Nein, die CDU braucht keinen weiteren Arbeitskreis – sei er katholisch oder ökumenisch ausgerichtet – zur Produktion von Papieren, die von der Parteiführung ohnehin nicht zur Kenntnis genommen geschweige denn in praktische Politik umgesetzt werden. Was die CDU (und auch die CSU) braucht, sind integre Politiker, die in christlicher Gesinnung das vorleben, was sie sagen, und die das sagen, was christlichen Grundsätzen entspricht. Konrad Adenauer, dessen Partei ich mehrere Jahrzehnte lang gewählt habe, brauchte keinen katholischen Arbeitskreis, um eine Politik aus christlicher Verantwortung zu machen. Er war in Wort und Tat ganz einfach katholisch – wenn auch er natürlich den Katechismus nicht als Blaupause für das politische Tagesgeschäft benutzen konnte.

    Seine Nachfolgerin im Amt des Bundeskanzlers sollte sich darüber klar werden, dass publikumswirksame Kaffeefahrten von Rhöndorf nach Berlin eine ethisch fundierte Politik nicht ersetzen können. Auch sind mantraartig vorgetragene Äußerungen über das christliche Menschenbild unglaubwürdig, solange in politisch relevanten Situationen, wie zum Beispiel bei Abstimmungen über lebensschutzrechtliche Fragen im Bundestag oder auf Parteitagen antichristliche Positionen vertreten werden – von der Kritik gegenüber dem Heiligen Vater einmal gar nicht zu reden. Fazit: Der Versuchsballon „katholischer Arbeitskreis“ soll wohl die zahllosen frustrierten ehemaligen Unionswähler doch noch bei der Stange halten.

    Bei einer Wahl(kampf)veranstaltung am 17. August fragte ich den Bundestagsabgeordneten der CDU, Herrn Wolfgang Bosbach, was er von der Unterstützung von Professor Weidenfeld für den Vorschlag halte, einen katholischen Arbeitskreis der CDU zu gründen (DT vom 8. August). Die Bundeskanzlerin sei gegen einen solchen Arbeitskreis. Ich hatte den Eindruck, dass er diesem Vorschlag nicht abgeneigt war.

    Dann fragte ich Herrn Bosbach, wie er zu dem Verein „Donum Vitae“ stehe. Prompt kam die stereotypische Antwort, wie sie fast immer von CDU-Abgeordneten zu hören ist: Dass bei „Donum Vitae“ Leben gerettet werde und dies sei ihm lieber als die lebensfeindlichen moralischen Prinzipien, die von Rom verkündet würden. Auch seien nicht alle Bischöfe gegen „Donum Vitae“. Die dem Gespräch zuhörenden CDU-Sympathisanten stimmten Herrn Bosbach zu. Das hat mir gezeigt, wie notwendig eine Erklärung der deutschen Bischöfe ist.

    Damit der Anti-Rom-Bazillus (sprich: Relativismus) nicht länger die Köpfe der CDU-Abgeordneten infiziert und damit bei aller Meinungsvielfalt und neuem Bedürfnis nach Deutungsangeboten dem Relativismus mit Vernunft auf einer anderen Ebene begegnet werden kann, ist ein katholischer Arbeitskreis in der CDU dringend erforderlich.

    Christa Axmann, 41836 Hückelhoven Franz-Josef Görgen, 53894 Mechernich