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    Zu „Christa Wolf – Ausharren in der DDR hat sich gelohnt“: Das Zauberwort „Widersprüche“

    Ausharren in der DDR hat sich für Christa Wolf in der Tat gelohnt (DT vom 15. Juni), gehörte sie doch zu den Privilegierten eines menschenfeindlichen und kriminellen Systems, welches sie bis zuletzt intransigent unterstützte. Noch im Winter 1989/90 engagierte sich Frau Wolf auf Seiten der DDR gegen die Demonstrationsbewegung, die die DDR alsbald zum Verschwinden brachte. Wolf war eine DDR-Staatsdichterin, die man zweimal mit dem Nationalpreis für linientreue Literatur ausgezeichnet hat.

    Ausharren in der DDR hat sich für Christa Wolf in der Tat gelohnt (DT vom 15. Juni), gehörte sie doch zu den Privilegierten eines menschenfeindlichen und kriminellen Systems, welches sie bis zuletzt intransigent unterstützte. Noch im Winter 1989/90 engagierte sich Frau Wolf auf Seiten der DDR gegen die Demonstrationsbewegung, die die DDR alsbald zum Verschwinden brachte. Wolf war eine DDR-Staatsdichterin, die man zweimal mit dem Nationalpreis für linientreue Literatur ausgezeichnet hat.

    Als Wolf Biermann 1976 ausgebürgert wurde, hat Christa Wolf den Protest zahlreicher Schriftsteller und Künstler zwar unterzeichnet, ihre Unterschrift allerdings rasch und in aller Form wieder zurückgezogen. Sie war dem System so stark verbunden, dass sie sich noch 1984 der DDR-Zensur beugte und signifikante Veränderungen in ihrem ein Jahr zuvor in der Bundesrepublik erschienenen Roman „Kassandra“ zuließ.

    Die Vergewaltigung der CSSR durch den Warschauer Pakt begrüßte Frau Wolf mit den Worten: „ l. Die erbitterten Kämpfe, in denen die Widersprüche unseres Jahrhunderts sich ausdrücken, lassen nach meiner Überzeugung nur eine Lösung zu: Den Sozialismus. 2. Wer diese Lösung mit allen Mitteln verhindern, wer sie rückgängig machen will, dort, wo sie gefunden wurde, wer die Bombenopfer in Vietnam sind, die gesellschaftlichen Hintergründe der Ermordung Martin Luther Kings verschweigt, die reale neonazistische Gefahr in Westdeutschland bagatellisiert, der rede nicht von Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit. 3. Meine Wünsche für die sozialistische Tschechoslowakei können nur von der Übereinkunft ausgehen, die zwischen der UdSSR und der CSSR geschlossen wurde. Die Entwicklung zeigt: Es besteht Hoffnung, dass die politische Vernunft sich durchsetzen wird.“

    Wo immer etwas beklagenswert oder schlechthin inhuman in der DDR war, hatte sie das Zauberwort ,Widersprüche‘ zur Hand. Ausschluss aus dem Schriftstellerverband, Vertreibung aus dem Land, Gefängnisstrafen? Alles Widersprüche zum an sich herrlichen System. Ihre Treue zum Kommunismus beschwor sie mit den Worten: „Wenn wir Partei sagen, sagen wir ,wir‘, und davon lassen wir uns nicht durch irgendwelche Lobhudeleien von irgendeiner Seite abbringen, die das manchmal versucht. Davon gehen wir kein Jota ab.“

    Auch ihre Stasi-Tätigkeit hat Frau Wolf weder von sich aus eingestellt, noch hat sie sie ohne Konfrontation mit ihrer Täter-Akte zugegeben. Sie war eine linientreue Parteigängerin des DDR-Systems, ihr Leben war kein „Ausharren“, sondern Genuss von Privilegien auf Kosten von Wahrheit und Freiheit.

    Martin Möller, 10585 Berlin