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    Wer mit wem und warum: Das Koalitionskarussell dreht sich: Nicht auf die FDP festlegen

    Vereinzelt habe ich den letzten Monaten Leserbriefe gelesen, die zum Ausdruck brachten, die „Tagespost“ sei zu unionskritisch. Das ist abenteuerlich. Gut, es ist Wahlkampf und ich kann verstehen, dass Parteigängern von CDU und CSU da jede kritische Stimme doppelt aufstößt. Aber es ist nicht Aufgabe einer Zeitung, Wahlkampf zu machen. Im übrigen fand ich die in der DT geäußerte Kritik zu keinem Zeitpunkt überzogen, sondern stets angemessen und begründet. Wer das „C“ im Namen trägt, der muss sich eben daran messen lassen.

    Vereinzelt habe ich den letzten Monaten Leserbriefe gelesen, die zum Ausdruck brachten, die „Tagespost“ sei zu unionskritisch. Das ist abenteuerlich. Gut, es ist Wahlkampf und ich kann verstehen, dass Parteigängern von CDU und CSU da jede kritische Stimme doppelt aufstößt. Aber es ist nicht Aufgabe einer Zeitung, Wahlkampf zu machen. Im übrigen fand ich die in der DT geäußerte Kritik zu keinem Zeitpunkt überzogen, sondern stets angemessen und begründet. Wer das „C“ im Namen trägt, der muss sich eben daran messen lassen.

    Ganz im übrigen kann von einseitiger Kritik keine Rede sein. Immer wieder kommen in der „Tagespost“ Unionspolitiker zu Wort, was ich sehr begrüße. So kann man sich selbst eine Meinung bilden. Dass man aber vieles, was in der zu Ende gehenden Legislaturperiode passiert ist, nun wirklich nicht gutheißen kann, ist allzu offensichtlich. Mir scheint, viele Unionsanhänger werden im September ihr Kreuz bei der FDP machen. Deren gute Umfragewerte sind nicht ihrer eigenen Stärke geschuldet. Die Liberalen verdanken sie der Schwäche der Union, die in der Großen Koalition immer mehr eigenes Profil verloren hat. Mag es wirtschafts- und finanzpolitisch gute Gründe geben, FDP zu wählen, so beschleichen mich im Blick auf gesellschafts- und wertepolitische Fragen (Bioethik und Gleichstellungspolitik) doch heftige Zweifel, ob das zu verantworten ist. Immer wieder frage ich mich, warum Schwarz-Grün kein Thema sein soll. Sicher, bei den Grünen sitzen etliche, mit denen zu koalieren schwer vorstellbar ist, aber es gibt doch eine ganze Reihe vernünftiger Leute, mit denen sich wertvolle Allianzen schmieden lassen.

    Meines Erachtens wäre die Union gut beraten, zunächst ihr eigenes Werteprofil zu schärfen und sich beim Koalitionspartner nicht einseitig festzulegen. Ausscheiden sollte allerdings die Fortsetzung der großen Koalition. Das hat den „C“-Parteien nicht gutgetan. Sie sind der SPD zu ähnlich geworden.

    Klaus Hofmann, 53604 Bad Honnef