Wer hilft den Christen, die aus dem Irak fliehen?: Es fehlt ein Krisenmanagement

Herrn Bundesinnenminister Schäuble ist zu danken, dass er diesen Vorstoß unternommen hat, die aus dem Irak vertriebenen Christen in Europa aufzunehmen (siehe auch Interview mit der früheren Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin, erschienen in „Die Tagespost“ vom 19. April). Mich wundert weniger, dass er bei seinen europäischen Kollegen auf Ablehnung stößt, als vielmehr, dass unsere Kirchen diesen Vorstoß nicht sofort dankbar und bereitwillig aufgreifen und der Politik gegenüber zusichern, die verfolgten Glaubensbrüder und Glaubensschwestern aufzunehmen. Angesichts vieler kirchlicher Immobilien, die zweckentfremdet auf den Verkauf warten, dürfte die Unterbringung wohl keine unüberwindbaren Schwierigkeiten machen. Ich verkenne nicht, dass die Deutsche Bischofskonferenz sich seit längerem mit der Verfolgung der Christen im Irak befasst. Ich meine aber, es müsste ein Krisenmanagement eingerichtet sein, das sofortige Hilfe leisten kann, das die Öffentlichkeit aufrüttelt und diese auch auffordert, für die Verfolgten zu beten.