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    Sinus-Studie veröffentlicht – Sozialethiker Professor Ockenfels: Soziologische Hilfsmittel helfen nicht gegen Glaubenskrise: Banaler geht es nun wirklich nicht!: Am Ende kommt das gewünschte Bild heraus

    Zum Beitrag „Was ist die Sinus-Studie wert? – Debatte über Bedeutung der aktuellen Katholiken-Befragung – Studie sieht zunehmende Entfremdung von der ,Amtskirche‘“ (erschienen in „Die Tagespost“ vom 26. Januar):

    Zum Beitrag „Was ist die Sinus-Studie wert? – Debatte über Bedeutung der aktuellen Katholiken-Befragung – Studie sieht zunehmende Entfremdung von der ,Amtskirche‘“ (erschienen in „Die Tagespost“ vom 26. Januar):

    Pater Ockenfels ist voll zuzustimmen: Banalitäten werden „wissenschaftlich“ erfragt: die Basis für diese „Studie“ sind 10 Befragte aus 10 „Milieus“, das sind 100 Menschen, die repräsentativ für 27 Millionen Katholiken sein sollen. Die Weisheiten der Analysten sprechen Bände, banaler geht es nicht! Zum Beispiel: Glaube und Religion spielt keine Rolle bei Menschen bestimmter Milieus. O.k., aber diese wollen mitsprechen und mehr Demokratie! Das zu publizieren kennzeichnet eine erhebliche Chuzpe! Was lassen sich die Bischöfe alles gefallen? Ist die Gläubigkeit an das, was sich „Wissenschaft“ nennt stärker als der eigene Intellekt, das eigene Wahrnehmungsvermögen? Komm Heiliger Geist!

    Die Sinus–Studie (DT vom 26. Januar 2013) zeigt die Widersprüchlichkeit der Kirchenkritik. Nimmt man die Reizthemen: Strukturprozesse, Papst, Sexualität, mit dem Papst als Kernpunkt und Zentrum und stellt dem gegenüber, warum die Kirche noch gebraucht wird:

    Als Korrektiv zu Neoliberalismus und Werteverfall, spirituelle Orientierung und soziale Dienstleistungen (nach dem Staat der größte Arbeitgeber) wird der Widerspruch deutlich: Die Kirche mit dem Papst an der Spitze steht für das, was man von der Kirche noch erwartet, zugleich ist er der Stein des Anstoßes.

    Wenn sein Bild angeblich nicht so gut ist, dann auch deswegen, weil diejenigen, die sein Bild machen innerhalb und außerhalb der Kirche, ihn als den porträtieren, der nicht so ist, wie sie ihn sich wünschen.

    Was an der Kirche moniert wird, haben wir bei den Protestanten. Offensichtlich erwartet man von der evangelischen Kirche nicht mehr ein Korrektiv zu sein.

    Die sozialen Dienstleistungen – bitte ohne religiöse Komponente – möchte man für die Gesellschaft, weil es in diesen Einrichtungen noch etwas humaner als in den meisten säkularen Institutionen zugeht und weil das Arbeitsplätze mit guter Bezahlung und günstigen Arbeitsbedingungen sind auch für jene, die sich ansonsten nicht mehr mit der Kirche identifizieren.

    Bleibt noch anzumerken, dass die neuen Aufbrüche und Bewegungen und alle Katholiken, die nicht an der Kirche leiden, in der Studie ehe ausgeklammert wurden, damit das gewünschte, stimmige Bild am Ende herauskommt.

    Dr. Hans Jürgen Arens, 46446 Emmerich am Rhein

    Professor Hubert Gindert, 86912 Kaufering