Professor Spieker über den „falschen Paradigmenwechsel“: Mit messerscharfer Logik

Für zwei Beiträge der „Tagespost“ ist zu danken. Mit messerscharfer Logik seziert em. Professor Manfred Spieker den Verfassungsbruch gründlich („Falscher Paradigmenwechsel. Zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften mit der Ehe“, erschienen in DT vom 25. Juni)

Ein Homo-Staat verfiele unaufhaltsam trotz aller verbaler Konstrukte. Er hätte nur während eines Lebensalters flüchtigen Bestand. Ehen beziehungsweise gegenpolige Geschaffenheiten alimentieren somit Homo-Gemeinschaften vom Prinzip her. Homo-„Ehen“ können sich auf kein Naturrecht berufen, sondern nur auf ein Vorkommen. Beide werden aber jetzt unsinnigerweise gleichgesetzt und gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften autonom gewertet. Sie sind nicht gleichwertig von Natur her.

Das wusste man bereits in der Antike. Geistige Fundamente werden zersetzt. Dazu passt das in der „Tagespost“ besprochene Buch „Marcus Tullius Cicero. Was wir heute noch von ihm lernen können“ von Arndt Morkel, emeritierter Politikwissenschaftler der Universität Trier. Daraus darf Cicero (106 bis 43 v. Chr.) zitiert werden (S. 140): „Würde sich das Recht nur auf die Weisungen der Völker, die Anordnungen der Verantwortlichen und die Entscheidungen der Richter stützen, dann wäre es Recht zu rauben, die Ehe zu brechen und Testamente zu fälschen, wenn dies nur durch Abstimmungen und Beschlüsse einer Mehrheit gebilligt würde.“